{"id":2215,"date":"2010-02-22T19:14:20","date_gmt":"2010-02-22T17:14:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2010\/02\/22\/hurra-ich-lebe-noch\/"},"modified":"2025-06-24T07:23:32","modified_gmt":"2025-06-24T05:23:32","slug":"hurra-ich-lebe-noch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2010\/02\/22\/hurra-ich-lebe-noch\/","title":{"rendered":"Hurra, ich lebe noch!"},"content":{"rendered":"<p>S\u00fcddeutsche Zeitung:<\/p>\n<p>Sieben Monate lang lag unsere Textchefin im Krankenhaus. Erinnerungen an eine Zeit zwischen Licht und Schatten.<\/p>\n<p>SCH\u00d6NES FREI<br \/>\nWer m\u00f6glichst unbemerkt auf einer deutschen Intensivstation sterben will, sollte dies gegen 14 Uhr tun. Da sitzen die Schwestern und Pfleger der Fr\u00fchschicht noch eine halbe Stunde am Tisch mit jenen der Sp\u00e4tschicht, sie reden und sie lachen laut. Ich lag gleich nebenan, hinter und neben meinem Bett fiepten und klingelten und pfiffen die Maschinen und Computer, an die ich angeschlossen war. Aber kein Pfleger kam, um mir zu helfen. Sie schienen es nebenan richtig nett zu haben, w\u00fcnschten sich \u00fcberschw\u00e4nglich \u00bbSch\u00f6nes Frei\u00ab. Ich begriff gar nichts und hatte nur Angst. Rufen konnte ich nicht, denn ich hatte ein Loch im Hals, in dem eine Kan\u00fcle steckte, an der eine Beatmungsmaschine hing, und klingeln ging nicht, denn ich hatte keine Klingel. Selbst wenn, damals w\u00e4re ich zu schwach gewesen, um den Knopf zu dr\u00fccken. So war ich oft sicher, bald sterben zu m\u00fcssen, unbemerkt von all den lachenden Menschen um mich herum. Und drau\u00dfen klopfte der Fr\u00fchling an. Inzwischen wei\u00df ich, dass im \u00bbSt\u00fctzpunkt\u00ab, wie das Schwesternzimmer heute hei\u00dft, und im \u00c4rztezimmer Monitore zur \u00dcberwachung stehen, die Alarm schlagen, wenn es knapp wird. Inzwischen wei\u00df ich nat\u00fcrlich auch, was \u00bbSch\u00f6nes Frei\u00ab bedeutet. Das w\u00fcnschen sich Schwestern und Pfleger, wenn sie durch \u00dcberstunden und Wochenenddienste freie Tage angesammelt haben. Doch gesagt hat mir das zu der Zeit keiner. Damals lag ich ja erst 30 oder 40 Tage auf der Intensivstation. 210 sollten es werden.<\/p>\n<p>DER AUFWACHRAUM KOMMT<br \/>\nIch hatte ein Schwannom, einen Tumor des Nervensystems. Normalerweise besteht die Aufgabe der sogenannten Schwann-Zellen darin, die Nerven zu umh\u00fcllen. Aber manchmal machen sie sich selbstst\u00e4ndig und finden sich zu einem Klumpen zusammen. Am Tag, als ich ins Krankenhaus kam, war der Tumor gro\u00df wie ein Handball und dr\u00fcckte meinen linken Lungenfl\u00fcgel zusammen und mein Herz nach rechts. Wochenlang war ich schon kurzatmig, konnte kaum noch \u00fcber die Stra\u00dfe gehen, ohne stehen bleiben und Luft holen zu m\u00fcssen; jedes einzelne Stockwerk im B\u00fcro fuhr ich mit dem Lift. Ich versuchte, so gut es eben ging, den Zustand vor meinen Kollegen zu verbergen. Meine Lippen waren fast st\u00e4ndig blau, schlafen konnte ich schon viele Monate kaum mehr. Nur: Weh tat mir nichts. Ich nahm immer mehr zu und dann, im Februar, stauten sich schlie\u00dflich zwanzig Kilo Wasser in meinem K\u00f6rper. \u00bbEs ist das Herz\u00ab, sagte ein Arzt und gab mir entw\u00e4ssernde Tabletten. \u00bbEs ist nicht das Herz\u00ab, sagte ein anderer. \u00bbLeberzirrhose\u00ab, diagnostizierte ein Dritter. Als ich nicht mehr vom Sofa hochkam, weil ich wegen des gestauten Wassers meine Knie nicht mehr abwinkeln konnte, ging ich zur Notaufnahme ins Klinikum M\u00fcnchen-Gro\u00dfhadern. Das war Ende Februar. Die Computertomografie brachte die Wahrheit ans Licht. \u00bbNoch zwei, drei Wochen, und Sie w\u00e4ren gestorben\u00ab, sagte der Professor, der mich zwei Tage sp\u00e4ter operierte. Und nachdem mich die An\u00e4sthesistin \u00fcber alle Risiken der bevorstehenden Operation aufgekl\u00e4rt hatte, meinte sie im Rausgehen: \u00bbDas wird knapp. Sehr knapp.\u00ab Die erste Operation musste nach sechs Stunden beendet werden, weil ich zu viel Blut verloren hatte, bei der zweiten, zwei Tage sp\u00e4ter, stand mein Herz zweimal still. Da packte der Professor das Herz mit seinen H\u00e4nden und dr\u00fcckte es zusammen und lie\u00df los und dr\u00fcckte zusammen, bis es wieder von allein schlug. Nun begann die Zeit, in der niemand wusste, ob ich leben oder sterben w\u00fcrde \u2013 ein Lungenfl\u00fcgel kaputt, das Herz vielleicht inzwischen zu schwach, und w\u00fcrden die Nieren bei diesen starken Medikamenten durchhalten? Und die Leber? Es gab Tage, da klangen die \u00c4rzte morgens ziemlich hoffnungsfroh und abends ziemlich hoffnungslos. Und manchmal war es umgekehrt. Ich habe davon nichts mitbekommen: Drei Wochen lag ich im k\u00fcnstlichen Koma. Dann holten sie mich langsam zur\u00fcck. \u00bbWissen Sie, wo Sie sind?\u00ab, ist die erste Frage, an die ich mich erinnere. Die zweite: \u00bbWissen Sie, wie Sie hei\u00dfen?\u00ab Ich sollte sie w\u00e4hrend des n\u00e4chsten halben Jahres noch oft h\u00f6ren. Die Fragen werden von den Pflegern und Schwestern immer gestellt, wenn ein Patient aus dem Koma erwacht oder wenn \u00bbder Aufwachraum kommt\u00ab, wie sie es nennen, wenn also ein Patient auf die Intensivstation geschoben wird, der aus der Narkose aufwacht. Diese Fragen dienen dazu, sich zu vergewissern, ob der Patient verwirrt oder bei Sinnen ist. Ob ich bei Sinnen war, wei\u00df ich nicht. Sp\u00e4ter erz\u00e4hlte mir eine Freundin, dass ich ziemlich bald gefragt h\u00e4tte, ob Rudi Carrell noch lebe. Ich wei\u00df davon zwar auch nichts mehr, aber so eine Frage zu stellen w\u00fcrde ich mir zutrauen. Ja, damals, Ende M\u00e4rz, lebte er noch. Und ich war erst mal \u00fcber den Berg. Und der Tumor gutartig \u2013 welch ein Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>WER SITZT AUF DER THEKLA?<br \/>\nZwei Monate habe ich mein Leben mit Herrn R. geteilt \u2013 doch gesehen habe ich ihn nie. Ein Paravent stand zwischen seinem und meinem Bett. Reden konnten wir auch nicht miteinander, denn wir hatten beide einen Luftr\u00f6hrenschnitt. Nur einmal, als er im Reha-Stuhl sa\u00df, der \u00bbThekla\u00ab hie\u00df \u2013 ein allgegenw\u00e4rtiger Name \u2013, lugte sein Fu\u00df neben dem Paravent hervor. Diese unerwartete Abwechslung war einer der H\u00f6hepunkte der Wochen im April. Ich betrachtete den Fu\u00df also sehr lang. Er sah tadellos aus. Ich wei\u00df ziemlich viel \u00fcber Herrn R., seine Tochter sprach nat\u00fcrlich normal laut mit ihm, wenn sie zu Besuch kam: Im M\u00e4rz, als der Winter noch einmal heftig zur\u00fcckgekehrt war, hatte man Herrn R. morgens im Schnee gefunden. Seine K\u00f6rpertemperatur betrug nur noch 26 Grad, aber er hatte noch \u00fcber zwei Promille im Blut. Das hat ihm wohl das Leben gerettet. Seine Tochter bekniete ihn nun, nach seiner Entlassung ein neues Leben zu beginnen, endlich mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren, sich den Schnurrbart wieder abzurasieren, nach Augsburg oder Hamburg zu ziehen, irgendwohin, wo ihn niemand kenne. Ich wei\u00df nat\u00fcrlich nicht, ob er ihren Rat befolgt hat. Mich beschleichen aber Zweifel. Herr R. seinerseits muss mich f\u00fcr ungew\u00f6hnlich h\u00e4sslich halten. Mein Mann hatte mir eines Tages den Brief einer Kollegin vorgelesen. Ich selbst konnte ja nicht lesen, denn meine Augen waren durch die Medikamente zu schlecht. Jedenfalls kam er an die Stelle, an der die Kollegin in etwas schwierig zu entziffernder Schrift schrieb, sie erinnere sich an mich als an einen Menschen \u00bbmit starken Wurzeln\u00ab. Mein Mann aber las vor: \u00bbIch erinnere mich an dich als an einen Menschen mit starken Warzen.\u00ab Als Herr R. entlassen wurde, kamen andere. Manche blieben nur ein paar Stunden, manche ein paar Tage. Gesehen habe ich auch von ihnen keinen. Daf\u00fcr konnten sie alle sprechen. Einer sagte, er sei v\u00f6llig gesund, au\u00dfer dass er Krebs habe, zwei schnarchten so stark, dass ich nachts um Oropax bat; Frau G. brauchte eine Blutw\u00e4sche, doch der Dialyseapparat war kaputt und schlug alle drei Minuten sirenengleich Alarm. Ach ja, und da war dann auch noch jener Mann, der auf den sch\u00f6nen Vornamen Candidus h\u00f6rte und von seiner Frau Candi genannt wurde.<\/p>\n<p>A TAW\u00d6RSCHN<br \/>\nAls ich etwa am 20. M\u00e4rz aus dem Koma zur\u00fcck war, lebte ich die ersten Wochen zwischen Tag und Traum, das lag an den vielen Medikamenten. Ich w\u00e4hnte mich in New York, und was nicht in diese Vorstellung passte, wurde passend gemacht: Das Personal sprach Deutsch? Ist eben eine Dependance von Gro\u00dfhadern in Manhattan. Die Besucher? Sind wegen mir hierher geflogen. Beschlichen mich doch mal Zweifel, schaute ich nur aus dem Fenster. Und tats\u00e4chlich, wenn es noch eines Beweises f\u00fcr meine New-York-Theorie bedurfte, hier stand er: ein Wolkenkratzer, noch h\u00f6her als der, in dem ich lag. In Wahrheit lag ich im Parterre und das Haus drau\u00dfen war kaum mehr als acht Stockwerke hoch. Nur Kleingeister halten sich mit solchen Nebens\u00e4chlichkeiten auf. Wurden die Zweifel noch st\u00e4rker, musste ich blo\u00df die Augen schlie\u00dfen. Ich konnte wochenlang auf Befehl von New York tr\u00e4umen. Gl\u00fcck gehabt, was h\u00e4tte ich auch sonst tun sollen? Ich h\u00f6rte und sah immer noch schlecht \u2013 also kein Radio, keine Zeitung, keine DVD. Nur ich. Und New York. Ich glaube, die Zeit auf der Intensivstation vergeht so wie ein Zw\u00f6lf-Stunden-Flug: Man schaltet innerlich auf Stand-by, ist zwar wach, aber die Zeit rieselt ohne Bedeutung. Oft habe ich einfach die Augen zugemacht, das war die einzige Form von Privatheit, die auf einer Intensivstation zu haben ist, weil 24 Stunden am Tag die Zimmert\u00fcren ge\u00f6ffnet sein m\u00fcssen. Irgendwann erkennt man jede Schwester an ihrem Gang. Unter ihnen waren \u00fcbrigens sehr viele Sachsen. Manchmal dauerte es eine Weile, bis ich sie ganz verstand. Aber ich hatte ja Zeit. Unter den Tabletten, die ich abends bekam, war auch eine namens Tavor. Die Schwester gab sie mir und sagte: \u00bba Ta-w\u00f6rschn\u00ab. Bald begriff ich. Sie meinte eine kleine Tavor, also ein Tav\u00f6rchen. Wochenlang konnte ich nicht mal schreiben, so blieben nur die Fingersprache und das Fl\u00fcstern, um mich mitzuteilen. Ich verbrachte viele Stunden damit, in Gedanken lange S\u00e4tze kurz zu machen, damit mich die \u00c4rzte und Schwestern verstehen konnten. Bald kapierte ich, dass ich mir W\u00f6rter mit vielen Konsonanten suchen musste. \u00bbAua\u00ab kann man nicht fl\u00fcstern, \u00bbSchmerzen\u00ab dagegen schon; von \u00bbArzt\u00ab bleibt beim Fl\u00fcstern nur \u00bbtst\u00ab, \u00bbDoktor\u00ab aber geht. Wobei das so auch nicht ganz stimmt mit den Konsonanten, denn sind sie weich, versteht das auch kein Mensch. Von einem Satz wie: \u00bbMein Mann meint\u00ab \u2013 bleibt nur: \u00bb\u2026\u2009t\u00ab Man kann aber auch Haare von der Bettdecke, vom Kissen, vom Nachthemd zuppeln oder aus dem Essen fischen. Stundenlang. Kaum ist man fertig, fallen die n\u00e4chsten aus. Nach vier Monaten verlor ich zum ersten Mal haufenweise welche, nach sechs Monaten zum zweiten Mal. Medikamente und Psychostress im Krankenhaus, sagten mir die \u00c4rzte.<\/p>\n<p>IHRE FRAU VERNEBELT GERADE<br \/>\nMitte April, die dritte Operation. Der linke Lungenfl\u00fcgel musste entfernt werden, er funktionierte nicht und bot nur einen N\u00e4hrboden f\u00fcr alle m\u00f6glichen Keime. Tagelang w\u00e4gten die \u00c4rzte ab, schlie\u00dflich barg eine neue Operation viele Risiken und nat\u00fcrlich auch eine hohe Infektionsgefahr. Was man mir erst viel sp\u00e4ter erz\u00e4hlte: Nachdem mein Mann am Vorabend der Operation mit den \u00c4rzten gesprochen hatte, sagte er zu unserer Tochter: \u00bbDie Chance, bei Russisch Roulette zu \u00fcberleben, ist gr\u00f6\u00dfer.\u00ab Bei der Entfernung eines Lungenfl\u00fcgels stirbt jeder F\u00fcnfte. Mein Sohn, zu der Zeit 14, wusste nicht, wie es um mich stand, und die Kollegen meines Mannes auch nicht. Den einen wollte er sch\u00fctzen, die anderen sollten ihn sch\u00fctzen. Ihn im B\u00fcro zu fragen: \u00bbGeht der Kopierer wieder?\u00ab h\u00e4tten sie sich nie getraut, wenn sie gewusst h\u00e4tten, welche Sorgen er mit sich rumschleppt. So aber konnte mein Mann tags\u00fcber jenen Hauch von Alltag behalten, der blitzartig mit Verlassen des B\u00fcros verschwand. Manchmal, wenn er mich abends besuchte, musste er warten, weil ich gerade inhalierte, im Krankenhaus nennt man das \u00bbvernebeln\u00ab. Nach der Operation war mir weinerlich zumute. Die Depression brach sich langsam Bahn und sollte mich viele Monate begleiten. Da sagte einmal ein Arzt zu mir: \u00bbSeien Sie froh, nach einer Operation am Lungenfl\u00fcgel verlieren viele Patienten auch noch eine Niere.\u00ab Es hat mich nicht getr\u00f6stet.<\/p>\n<p>AM PATIENTEN STEHEN<br \/>\nWas man auf Intensivstationen lernen kann? Zum Beispiel: \u2013 Viele haben Angst, einen zu besuchen, weil sie denken, dort herrschen Elend und Tod. Das muss \u00fcberhaupt nicht sein. Ich lag viele Wochen da, in denen es mir ganz gut ging; ich war zwar schwach, aber fr\u00f6hlich, solang man mir nicht die Beatmungsmaschine wegnahm und ich selbst atmen musste. Im Lauf des Sommers reduzierte sich auch die Zahl der Schl\u00e4uche und Kan\u00fclen drastisch. Aber ich wurde eben noch beatmet, darum konnte ich nicht verlegt werden \u00bbauf Normal-station\u00ab, wie man so sagt. \u2013 Ruft jemand vom Krankenhauspersonal: \u00bbIch stehe am Patienten\u00ab, meint er, er ist unabk\u00f6mmlich. \u2013 \u00d6ffnet ein Arzt die T\u00fcr der Intensivstation, steht es sehr schlecht um einen Patienten, sodass die Angeh\u00f6rigen informiert werden. Da Besucher auf Intensivstationen klingeln m\u00fcssen, macht normalerweise eine Schwester die T\u00fcr auf. \u2013 Im Krankenhaus herrscht striktes Handyverbot, der elektronischen Ger\u00e4te wegen. Die sind aber wohl ziemlich robust, schlie\u00dflich k\u00fcmmern sich \u00c4rzte und Pflege-personal herzlich wenig darum und telefonieren munter.\u2013 Der Satz geh\u00f6rt zum Alltag des Patienten: \u00bbJetzt wird es mal ein bisschen kalt am R\u00fccken.\u00ab Nat\u00fcrlich bekommt man auch den R\u00fccken eingerieben, doch in Wahrheit wird kontrolliert, ob sich der Patient nicht wund gelegen hat. \u2013 Besuch zu bekommen ist \u00fcberlebenswichtig. Die Besuchszeit ist der H\u00f6hepunkt eines jeden einzelnen Tages, der Kontakt mit der normalen Welt. \u2013 Niemals zwei Bitten an das Pflegepersonal gleichzeitig \u00e4u\u00dfern: Mit Sicherheit folgt sonst ein Satz von der Qualit\u00e4t: \u00bbNun mal langsam\u00ab oder \u00bbsch\u00f6n der Reihe nach\u00ab. Perfiderweise haben sich viele Schwestern und Pfleger aber eine Art angew\u00f6hnt, auf der Hacke kehrtzumachen und aus dem Zimmer zu st\u00fcrmen, sobald ein Wunsch erf\u00fcllt ist, sodass der Patient denken muss: Ach, die hat was vergessen und kommt gleich wieder. Stimmt aber nicht. Es gilt also jenen Moment abzuwarten, in dem die Schwester, die eine T\u00e4tigkeit schon beendet hat, dem Patienten aber noch nicht den R\u00fccken zuwendet, um zu gehen. Keine einfache \u00dcbung, wenn man nur fl\u00fcstern kann und nicht hinterherrufen.\u2013 Im Krankenhaus sagt man nicht \u00bbAuf Wiedersehen\u00ab. Nur: \u00bbAlles Gute\u00ab.\u2013 Wer dieses Wissen allerdings anwendet, wird bei seiner Entlassung im Arztbrief wahrscheinlich \u00bbHospitalismus\u00ab bescheinigt bekommen. So wie ich. Und damit ist nicht eine Infektion oder eine fr\u00fchkindliche Verwahrlosung gemeint, sondern, grob gesagt, \u00fcbergro\u00dfe Identifikation mit dem Krankenhaus und seinen Abl\u00e4ufen.<\/p>\n<p>TOBI HAT HINTERGRUND<br \/>\nWie die Zeit vergeht? Ich wei\u00df es nicht. Am ehesten wie Brei. Oder vielleicht so: Wochenende ist, wenn keine Physiotherapeuten kommen und nicht ein halbes Dutzend Ober\u00e4rzte rumspringt. Dann vergeht wieder eine Woche. Und dann wieder eine. Ich wei\u00df zwar noch, dass Ende April oder Anfang Mai meine beste Freundin und mein bester Freund aus Hamburg gekommen sind, aber ich wei\u00df nur noch, dass sie einen blauen Pullover trug.<\/p>\n<p>Es gibt zwei Polaroid-Fotos von mir. Auf dem einen steht: 13. April. Da wurde ich zum ersten Mal in die Thekla, also den Reha-Stuhl gesetzt. Vier Mann hoch hievten sie mich vom Bett hin\u00fcber. Auf dem zweiten steht \u00bb10. Mai\u00ab und es zeigt mich im Krankenhauspark am ersten sch\u00f6nen Sonnentag seit Wochen. Eine Schwester und ein Pfleger hatten mich samt Bett hinausgeschoben, damit ich den Fr\u00fchling schnuppern konnte. Ohne diese Daten h\u00e4tte ich keine Ahnung, wann das war. Ich habe mir auch oft vorgestellt, ich m\u00fcsste in einem Film eine Schwester auf einer Intensivstation spielen und deshalb die Handgriffe genau studieren. Sollte mir also eines Tages jemand eine solche Rolle anbieten, ich w\u00e4re gewappnet: Ich k\u00e4me ins Zimmer, z\u00f6ge von dem Spender an der T\u00fcr eine Plastiksch\u00fcrze ab, st\u00fclpte mir Gummihandschuhe \u00fcber \u2013 davon gibt es zwei Schachteln in jedem Zimmer \u2013, ginge dann zum Rollwagen, auf dem die Spr\u00fchdosen stehen und w\u00fcrde erst mal rumspr\u00fchen. Gespr\u00fcht wird eigentlich immer, auch die Sagrotanflaschen werden mit Sagrotan aus einer anderen Flasche desinfiziert. Dann hei\u00dft es quasi alles wegschmei\u00dfen. Jedes Kabel, jede Pinzette, jede Tablette ist einzeln verschwei\u00dft, der Hygiene willen, sicher, aber dadurch entstehen Abfallberge von gigantischem Ausma\u00df. Allein in meinem Zweierzimmer standen acht verschiedene Abfallk\u00f6rbe, -s\u00e4cke und -eimer. Bevor ich im Rollenspiel das Zimmer wieder verlie\u00dfe, w\u00fcrde ich noch was rufen von der Art: \u00bbTobi hat heute Hintergrund\u00ab, wissend, dass es eh kein Patient kapiert. Aber ich bin ihnen auf die Schliche gekommen. Heute verstehe ich nahezu komplett Intensivstationsdeutsch. \u00bbTobi hat heute Hintergrund\u00ab bedeutet, au\u00dfer dem Stationsarzt ist f\u00fcr kritische Fragen auch noch ein Oberarzt erreichbar, abends und am Wochenende per Handy. Und weil sich alle duzen, hei\u00dft der Arzt eben Tobi. F\u00fcr den Patienten ist das weniger geschickt, er kann ja schlecht \u00bbDoktor Tobi\u00ab sagen. Meine Welt sah so aus: Oben die wei\u00dfe Decke, links eine sekundengenaue Uhr, rechts die Milchglasscheibe, die an ihrem oberen Rand den Blick zum Himmel freigab. Das St\u00fcckchen Himmel, mein Kontakt zur Welt da drau\u00dfen, konnte ich vom Bett aus zwischen Daumen und Zeigefinger abmessen, es ergab so vier, f\u00fcnf Zentimeter. Das hab ich oft gemacht. So ging der Fr\u00fchling vorbei und der Sommer auch.<\/p>\n<p>SCHL\u00dcPPI UND STUHLI<br \/>\nAllm\u00e4hlich, im Mai, im Juni, ging es mir besser. Ich bekam sogar eine Klingel, konnte wieder schlucken, biss mir beim Essen nicht mehr auf die Zunge, meine Finger und Arme lie\u00dfen sich wieder bewegen, sodass ich mit Hilfe einer Buchstabentafel W\u00f6rter und S\u00e4tze eindeutig formulieren konnte. Und als ich endlich auch besser h\u00f6rte, lie\u00df ich mir ein Radio bringen, um die Fu\u00dfball-WM verfolgen zu k\u00f6nnen. Ein Arzt trug an jedem Tag, an dem Deutschland spielte, \u00fcber seiner wei\u00dfen Arzthose das wei\u00dfe Nationaltrikot. Als ich ihm deswegen zulachte, sagte er: \u00bbIch trage es so lange, bis sich einer beschwert.\u00ab Es hat sich aber keiner beschwert. Irgendwann zu der Zeit habe ich wohl mal gescherzt, ich erinnere mich nicht genau. Jedenfalls sagte ein anderer Arzt da zu mir: \u00bbSie haben ja noch gar keine Ahnung, wie schwer es ist, wieder gesund zu werden.\u00ab Ich wusste nicht recht, wovon er sprach. Ich hatte keine k\u00f6rperlichen Gebrechen mehr, ich lag im Bett, bekam Medikamente, war schwach und musste eben warten, bis es mir wieder besser ging. Wie immer, wenn man krank ist, dachte ich. Die Wahrheit ist: Ich hatte wirklich keine Ahnung. Jeder noch so winzige Fortschritt kostete Wochen, war ein immerw\u00e4hrender Kampf mit meinem Kopf und meinem K\u00f6rper. Zwei Monate mindestens hat es gedauert, bis ich wenigstens wieder die Beine anwinkeln konnte, noch mal so lang, bis ich die zehn Meter von meinem Zimmer zum \u00c4rztezimmer gehen konnte. Unendlich langsam, links st\u00fctzte mich eine Physiotherapeutin, rechts eine Schwester, vorn klammerte ich mich an einen Gehwagen. Zur\u00fcck im Bett schlief ich erst mal stundenlang ob der Anstrengung. Dann kam die Depression dazu, die Verzweiflung dar\u00fcber, woher ich die Kraft nehmen sollte, um nicht aufzugeben. Ich wei\u00df bis heute nicht, wie es gegangen ist: Ich war so schwach und musste trotzdem jeden Tag aufs Neue die Kraft aus mir selbst sch\u00f6pfen. Oft habe ich geheult, was die Tr\u00e4nen hergaben. Und sie gaben eine Menge her, schon mangels anderer M\u00f6glichkeiten, mich zu \u00e4u\u00dfern. Und wehe, es wurde drei und die Besuchszeit begann, und um f\u00fcnf nach drei war noch kein Besuch bei mir. Dann musste ich wieder f\u00fcrchterlich weinen, weil ich mir sicher war: Jetzt haben sie mich vergessen. Frei von Selbstmitleid war ich nicht. Oft sagten die Schwestern, ich solle mir das, was ich mir am meisten w\u00fcnsche, ganz fest vorstellen, das gebe Kraft. Mein gr\u00f6\u00dfter Wunsch war, mein kleines Leben wieder zur\u00fcckzukriegen: Morgens in die Redaktion gehen, abends nicht wissen, was ich kochen soll, mal ins Kino, mal eine Woche in Urlaub, mehr wollte ich nicht, vielleicht weil es um viel mehr ja auch nicht geht. Mein zweitgr\u00f6\u00dfter Wunsch war, dass mir niemand mehr meinen Hintern abputzen muss. Ich freute mich ehrlich auch auf den Tag, an dem niemand mehr zum Stuhlgang \u00bbStuhli\u00ab und zur Unterhose \u00bbSchl\u00fcppi\u00ab sagen w\u00fcrde. Viele meinten, ich w\u00fcrde ein anderer Mensch, wenn ich die Krankheit \u00fcberwunden habe \u2013 dem\u00fctiger, gelassener, geduldiger. Darauf habe ich mich sehr gefreut, denn genau diese Eigenschaften fehlen mir. Bis jetzt merke ich jedoch nicht viel von ihnen.<\/p>\n<p>PFLEGE VON RECHTS<br \/>\nDass man als Patient im Krankenhaus nur noch wie eine Nummer behandelt wird, kann ich nicht unterschreiben. Die \u00c4rzte und Pfleger haben sich f\u00fcr mich, mit Verlaub, den Arsch aufgerissen. Nicht immer alle, aber die meisten meistens. Als ich knapp am Tod vorbeischrappte, stand 24 Stunden einer von ihnen an meinem Bett, manchmal zwei. Selbst wenn einer nur aufs Klo musste, hat er Ersatz geholt. Ich war so aufgequollen und aufgedunsen und hatte so viele Schl\u00e4uche, Nadeln und Kan\u00fclen in meinem K\u00f6rper, dass meine Tochter einmal bei 49 aufgeh\u00f6rt hat zu z\u00e4hlen. Manchmal wusste keiner mehr, wo er hinstechen sollte, um mir noch ein Medikament zu injizieren. Weil ich wegen des L\u00e4rms, des st\u00e4ndigen Kommens und Gehens f\u00fcr andere Patienten unzumutbar gewesen w\u00e4re, legte man mich allein; um mich herum eine Armada an Maschinen, an aufgeh\u00e4ngten Flaschen, Monitoren, Beatmungsger\u00e4ten, Urinbeuteln. Jeden Tag ab 15 Uhr sa\u00df meine Tochter an meinem Bett, au\u00dfer ihr durfte mich nur noch mein Mann besuchen. Mein Anblick war so furchterregend, dass sie nicht wollten, dass mich jemand anderer sah.<\/p>\n<p>Schwester oder Pfleger zu sein ist ein Knochenjob. Nachtschichten, Wochenendschichten, 100-Kilo-Menschen auf den R\u00fccken rollen oder in einen Stuhl wuchten, Hintern abputzen, Zehenn\u00e4gel schneiden; nicht gut bezahlt, soziales Ansehen deutlich unter dem der \u00c4rzte. Vielleicht wechseln deshalb viele Pfleger h\u00e4ufig die Stelle, vielleicht sind deshalb viele ziemlich dick \u2013 das Frustpotenzial ist gro\u00df. Einmal, als wir im Park waren, es war vielleicht Juli, da erz\u00e4hlte mir eine Schwester, sie sei von der Krebs- auf die Intensivstation gewechselt, weil sie es nicht mehr ertrug, dass quasi monatlich Freunde von ihr starben. Denn auf einer Krebsstation kommen und gehen die Patienten oftmals \u00fcber Jahre, man f\u00fchlt und hofft und leidet mit ihnen. Und manchmal eben sterben sie. Es w\u00e4re wohl alles ziemlich gut auf einer Krankenstation, w\u00fcrde dieses ewige Eltern-Kind-Verhalten zwischen Pflegern und Patienten mal aufh\u00f6ren. Aber vielleicht geht das ja gar nicht. Wie oft lag ich j\u00e4mmerlich in meinem Bett, angewiesen auf Hilfe, h\u00e4ufig weinend, und musste mir S\u00e4tze anh\u00f6ren wie \u00bbSolange Sie so rumfuchteln k\u00f6nnen, kann es Ihnen nicht sehr schlecht gehen\u00ab. Oder \u00bbIm Leben drau\u00dfen m\u00fcssen Sie sich ja auch zusammenrei\u00dfen\u00ab. Ich dachte mir immer: Wenn hier einer das Leben erkl\u00e4rt, dann ich, ich k\u00f6nnte deine Mutter sein. Die meisten waren schlie\u00dflich blutjung. Aber ich konnte es eben nur denken \u2013 reden ging ja nicht. Ja, sie belehren einen schon gern: Als mir ein Pfleger den R\u00fccken einreiben wollte, bat ich ihn, mich auf die rechte Seite drehen zu d\u00fcrfen. Er ging auf die linke Seite des Bettes und sagte: \u00bbAusnahmsweise, denn ich pflege normalerweise von rechts.\u00ab Ob man selbst in diesem Job auch so w\u00fcrde?<\/p>\n<p>FEUCHTE NASE<br \/>\nDie Angst war das Schlimmste. Nicht die Angst zu sterben, die hatte ich merkw\u00fcrdigerweise nie. Ich meine die Angst, selbstst\u00e4ndig und ohne Atemmaschine atmen zu m\u00fcssen. Die wurde alles beherrschend und \u00fcberm\u00e4chtig gro\u00df, Panikattacken sch\u00fcttelten mich. Ich musste von der Maschine entw\u00f6hnt werden, jeden Tag ein paar Minuten mehr, das verstand ich. Ich verstand ohnehin eine Menge, nur: Es n\u00fctzte mir nichts. Selbst der Blick auf den Monitor, der eine hundertprozentige Sauerstoffs\u00e4ttigung anzeigte, beruhigte mich oft nicht. Kann man einer Maschine vertrauen? Als das Selbstverst\u00e4ndliche, n\u00e4mlich automatisch zu atmen, nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich war, kam die Angst. Dann kam die Angst vor der Angst. Manchmal beherrschte sie meinen ganzen Tag. Ich war abh\u00e4ngig von der Atemmaschine. Ich wollte nicht mit dieser \u00bbFeuchten Nase\u00ab atmen, diesem Aufsatz, den man mir auf die Kan\u00fcle im Hals gesteckt hatte, ich wollte an die Maschine. Die gab mir Ruhe und Sicherheit. Wenn jemals in meinem Leben zehn Minuten, 20, 40 Minuten lang gedauert haben, dann da. Die \u00c4rzte, die Pfleger legten sich wirklich unglaublich ins Zeug, schoben mich mit dem Rollstuhl stundenlang durch den Krankenhauspark, um mich abzulenken, es war ja inzwischen Hochsommer, und ins Caf\u00e9, stellten mir einen Psychiater ans Bett, verbrachten ganze N\u00e4chte neben mir, um mich zu beruhigen. Das ging sehr lang so. Und nur allm\u00e4hlich wurde es besser. Als es fast gut war, im August, als ich acht Tage am St\u00fcck ohne Atemmaschine aushielt, n\u00e4hten die \u00c4rzte das Loch in meinem Hals zu. Am n\u00e4chsten Tag kam der R\u00fcckfall, eine Lungenentz\u00fcndung. Da machten sie das Loch wieder auf, ich musste wieder an die Maschine. Und mich dann wieder entw\u00f6hnen. Aber die Angst ist seither nicht mehr gekommen. Und die Angst vor der Angst hat ihren Schrecken verloren. Ich bin jetzt seit zwei Monaten zu Hause. Ich habe ein gro\u00dfes St\u00fcck von meinem kleinen Leben wieder. Bin zwar noch d\u00fcnn wie Kate Moss und habe noch das Loch im Hals, aber das wird, wenn alles klappt, im Januar zugemacht. Dann w\u00e4re ich wieder ganz gesund. Fast ein Wunder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00fcddeutsche Zeitung: Sieben Monate lang lag unsere Textchefin im Krankenhaus. Erinnerungen an eine Zeit zwischen Licht und Schatten. SCH\u00d6NES FREI Wer m\u00f6glichst unbemerkt auf einer deutschen Intensivstation sterben will, sollte dies gegen 14 Uhr tun. 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