{"id":2496,"date":"2010-05-04T01:27:09","date_gmt":"2010-05-03T23:27:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2010\/05\/04\/schmierige-lugen\/"},"modified":"2010-08-24T19:03:41","modified_gmt":"2010-08-24T17:03:41","slug":"schmierige-lugen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2010\/05\/04\/schmierige-lugen\/","title":{"rendered":"Schmierige L\u00fcgen"},"content":{"rendered":"<p>Dienstag, 20.04.10<br \/>\nDie Bohrinsel &#8222;Deepwater Horizion&#8220; von British Petrol ger\u00e4t im Golf von Mexiko nach einer Explosion in Brand. Die Platfform soll die beste Technik der Welt gehabt haben und nicht explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Donnerstag, 22.04.10<br \/>\nDie \u00d6lplattform versinkt. 2 Millionen Roh\u00f6l und Diesel die auf der Bohrinsel lagern, fliessen direkt ins Meer. Ein 1,6 km breiter und 8 km langer \u00d6lfilm breitet sich aus. Experten erk\u00e4ren, dass im schlimmsten Fall 1,2 Millionen Liter \u00d6l t\u00e4glich austreten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Freitag, 23.04.10<br \/>\nK\u00fcstenwache und BP erkl\u00e4ren, dass kein \u00d6l austrete, da sich die Betonreste wie ein gigantischer Propfen auf das \u00d6lloch im Meeresgrund gesenkt haben. Au\u00dferdem soll ein automatisches Verschlusssystem den Austritt verhindern. Trotzdem lagern noch weitere 2,5 Millionen Liter Diesel in der gesunkenen Plattform.<\/p>\n<p>Samstag 24.04.10<br \/>\nHeadline Tagesschau &#8222;Gefahr einer \u00d6lpest im Golf von Mexiko geringer als bef\u00fcrchtet&#8220;. Eine Ladenbesitzerin in Louisiana spricht von einer Katastrophe f\u00fcr die Industrie und die Fischer. \u00dcber die massiven Umweltverschmutzungen verliert sie kein Wort.<\/p>\n<p>Sonntag, 25.04.10<br \/>\nEs treten gr\u00f6\u00dfere Mengen Roh\u00f6l an der Ungl\u00fcckstelle aus. An mindestens zwei Stellen gelange \u00d6l ins Meer, sagt ein Sprecher der US-K\u00fcstenwache: Zum einen am letzten Bohrloch der versunkenen Plattform, zum anderen aus einem Leck in einer Rohrverbindung. Etwa 160.000 Liter gelangen so pro Tag ins Meer. Der \u00d6lfilm ist bereits 16 km breit.<\/p>\n<p>Montag, 26.04.10<br \/>\n1500 Quadratkilometer ist der \u00d6lteppich bereits angewachsen. Vier ferngesteuerte Unterwasserroboter sollen nun in 1500 Metern Tiefe \u00d6lfluss zum Stillstand bringen. BP erw\u00e4gt indes &#8222;Entlastungsbohrungen&#8220;. Eine DD3 Plattform soll an einer anderen Stelle die \u00d6lquelle anbohren und den Zufluss zu dem bisherigen Bohrloch zu verstopfen. Doch diese Bohrung kann monatelang dauern.<\/p>\n<p>Dienstag, 27.04.10<br \/>\nHeadline Tagesschau &#8222;Zeit, sich ernste Sorgen zu machen&#8220;. Der \u00d6lteppich hat nun bereits ein Ausma\u00df von 4600 Quadratkilometern. Die ersten Wale sind von der \u00d6llache umzingelt. Der Versuch mit den Unterwasserrobotern ist gescheitert. &#8222;Wir sind ratlos und wissen nicht, wie wir das Leck stopfen sollen&#8220;, gibt Amerikas f\u00fchrender \u00d6l-Experte McCormack zu. BP l\u00e4sst zwischenzeitlich gleich zwei Ersatzbohrinseln zur Ungl\u00fccksstelle schleppen.<\/p>\n<p>Donnerstag, 29.05.10<br \/>\nZum ersten Mal ist die \u00d6lflut am Golf von Mexiko die Top-Meldung aller gro\u00dfen US-Zeitungen und Nachrichtensender. Die \u00d6lfl\u00e4che ist nun 5500 quadratkilometer gro\u00df, gr\u00f6\u00dfer als Jamaica. Am Ort des Ungl\u00fccks ist ein weiteres Leck entdeckt. Mittlerweile flie\u00dft das Roh\u00f6l aus drei \u00d6ffnungen ungehindert ins Meer. Die US-Meeresschutzbeh\u00f6rde NOAA sch\u00e4tzt, dass t\u00e4glich nahezu 800.000 Liter \u00d6l auslaufen. Die K\u00fcstenwacht beginnt nun damit, das ausgelaufene \u00d6l abzufackeln und startet somit eine zweite erhebliche Umweltverschmutzung in der Luft. Das sei eine neue Dimension des \u00d6l-Problems, r\u00e4umte Amerikas oberste K\u00fcstenw\u00e4chterin Mary Landry ein &#8211; die sich gestern noch strikt geweigert hatte, den Begriff &#8222;Katastrophe&#8220; in den Mund zu nehmen. 700.000 Liter pro Tag und damit eine f\u00fcnffach gr\u00f6\u00dfere Menge als urspr\u00fcgnlich gesch\u00e4tzt verseuchen nun die Umgebung. Das Bohrloch leckt weiter &#8211; und zwar voraussichtlich noch ein Vierteljahr lang, bis es endg\u00fcltig versiegelt ist. Rund 100.000 Liter Chemikalien spr\u00fchen die \u00d6lbek\u00e4mpfer aus ihren C130-Transportflugzeugen Tag f\u00fcr Tag auf die Meeresoberfl\u00e4che um das \u00d6l zu binden\u00a0und verursachen damit eine dritte erhebliche Umweltverschmutzung.<\/p>\n<p>Freitag, 30.04.10<br \/>\nDer \u00d6lteppich erreicht das M\u00fcndungsdelta des Mississippi und die K\u00fcste von Louisiana. Der US-Pr\u00e4sident weist sicherheitshalber schon einmal daraufhin, dass BP f\u00fcr alle Kosten der Katastrophenbek\u00e4mpfung aufkommen m\u00fcsse. Noch im letzten Jahr zog der Konzern in den USA gegen eine Versch\u00e4rfung der Sicherheitsvorschriften zu Felde. Und so fehlte nach Informationen des Fernsehsenders ABC auf der &#8222;Deepwater Horizon&#8220;-Plattform ein entscheidender Notschalter. &#8222;Deepwater Horizon&#8220; war demnach nicht mit einem ferngesteuerten Kontrollsystem ausger\u00fcstet, mit dessen Hilfe man das Bohrloch h\u00e4tte verschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Dieses Notsystem ist auf vielen Plattformen weltweit Standard. Aber nicht in den USA. Weil es dort schlicht nicht vorgeschrieben ist. BP-Firmenchef Tony Hayward sagte, sein Konzern \u00fcbernehme die volle Verantwortung und werde die Folgen des \u00d6l-Teppichs beseitigen. 190 Kilometer ist der \u00d6lteppich inzwischen lang. &#8222;Ist das Obamas Katrina?&#8220; Erst vor gut einem Monat hatte US-Pr\u00e4sident Obama angek\u00fcndigt, umstrittene \u00d6l- und Gasbohrungen vor den US-K\u00fcsten wieder zuzulassen. Neue Technologien w\u00fcrden daf\u00fcr sorgen, die Belastungen durch die \u00d6lf\u00f6rderung zu verringern, versprach Obama.<\/p>\n<p>Samstag, 01.05.10<br \/>\nDer \u00d6lteppich ist nun 210 mal 112 Kilometer gro\u00df. Florida, Alabama und Missisippi rufen den Notstand aus. Inzwischen ist bekannt, dass BP bewusst gespart hat: Am Verschlusssystem lie\u00dfen sie kein R\u00fcckventil einbauen, weil dies eine halbe Million Dollar gekostet h\u00e4tte. Inzwischen wird es f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass das Ausma\u00df der Tankerkatastrophe der &#8222;Exxon Valdez&#8220; \u00fcbertroffen werden k\u00f6nnte. 1989 flossen im Prinz-William-Sund in Alaska 42 Millionen Liter \u00d6l ins Meer. Im Golf von Mexiko k\u00f6nnte dieses Ausma\u00df in etwa drei Monaten erreicht sein. Die US-Ratingagentur Fitch bezifferte den wirtschaftlichen Schaden auf zwei bis drei Milliarden Dollar (1,5 bis 2,2 Milliarden Euro).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, 20.04.10 Die Bohrinsel &#8222;Deepwater Horizion&#8220; von British Petrol ger\u00e4t im Golf von Mexiko nach einer Explosion in Brand. Die Platfform soll die beste Technik der Welt gehabt haben und nicht explodieren k\u00f6nnen. Donnerstag, 22.04.10 Die \u00d6lplattform versinkt. 2 Millionen Roh\u00f6l und Diesel die auf der Bohrinsel lagern, fliessen direkt ins Meer. 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