{"id":3768,"date":"2010-09-30T19:44:37","date_gmt":"2010-09-30T17:44:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/?p=3768"},"modified":"2010-10-08T23:36:50","modified_gmt":"2010-10-08T21:36:50","slug":"verlorene-herzen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2010\/09\/30\/verlorene-herzen\/","title":{"rendered":"Verlorene Herzen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/verlorene-Herzen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3773\" src=\"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/verlorene-Herzen-e1285537362968.jpg\" alt=\"\" width=\"437\" height=\"273\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein nasskalter Herbstabend. Die Gro\u00dfstadt faucht den Atem der Rushhour. Das Kopfsteinpflaster in den Regenrinnen seitlich der Stra\u00dfe spiegelt die grellgelben Stra\u00dfenlaternen im st\u00e4ndigen Wechselspiel vorbeifahrender Autos in flirrenden Mustern wider. Ab und an spritzt ein Schwall der sch\u00e4umenden Suppe auf das Trottoir auf dem eine leicht bekleidete Frauengestalt \u00a0ihren Platz gefunden hat. Gedankenverloren, ihren Blick nach unten gesenkt, manchmal \u00e4ngstlich nach hinten gewendet, fast mit akribischer Genauigkeit ein Bein vor das andere setzend als wolle sie den Catwalk einstudieren zieht sie ihre Bahn die Landsberger Stra\u00dfe entlang. Ihre schwarzen Stiefeletten scheinen nicht so recht zu passen. Zumindest sieht es so aus als ob das M\u00e4dchen sich nicht sehr wohl f\u00fchle in ihrer Montur, die sie mit Stolz h\u00e4tte tragen sollen, es aber noch nicht so recht kann, weil das alles noch sehr neu f\u00fcr sie ist. Wie sehr h\u00e4tte sie sich wei\u00dfe Overknees gew\u00fcnscht. Vielleicht sp\u00e4ter einmal, wenn sie sich hier erst eingelebt hat und der versprochene Erfolg eingetreten ist. Ihr Name ist Riana und sie ist vor einer Woche aus der Ukraine eingereist. Auf verschlungenen Wegen ist sie nach M\u00fcnchen gelangt um hier einen Neuanfang zu wagen, in ihrer neuen Welt der Nachtclubs. Hier versprach ihr ein Mann ein neues Leben. Er verhalf ihr zu ihrem Job, der nun ihre Existenz grundlegend ver\u00e4ndern soll. Langsam n\u00e4hert sich eine schwarze Limousine. Der Wagen h\u00e4lt an und die Scheibe f\u00e4hrt herunter. ,,Hallo sch\u00f6ne Frau, sind sie schon gebucht?&#8220; t\u00f6nt durch den zischenden Stra\u00dfenl\u00e4rm\u00a0eine heisere M\u00e4nnerstimme. Riana dreht sich um und sieht ihre Stunde gekommen, ihre ersten Erfahrungen zu sammeln in einem Neuland, dem sie immer noch mit gemischten Gef\u00fchlen entgegensieht. Allem Anschein nach handelt es sich hier um einen Herrn der solventeren Kategorie. ,,Ja, ich bin noch frei &#8211; soll ich sie begleiten?&#8220; erwidert sie in gebrochenem deutsch. Er schweigt vorerst. &#8211; ,,Steigen Sie ein, ich m\u00f6chte reden.&#8220; Z\u00f6gernd setzt sie sich auf den Beifahrersitz, zieht noch schnell ihr T\u00e4schchen an sich um sogleich die Wagent\u00fcr zu schlie\u00dfen. Der Jaguar ist mit edlem Leder ausgekleidet und es riecht angenehm nach teurem Parfum. Die wohlige W\u00e4rme im Auto tut ihr gut, doch sie beschleicht ein Gef\u00fchl der Unsicherheit, als sie einen Blick nach links wagt zu ihrem Freier, den sie immer noch nicht in der Lage ist einzusch\u00e4tzen. Sein Profil scheint eher slawisch zu sein. Das Haar schwarz, mit reichlich Gel behaftet, akribisch nach hinten gek\u00e4mmt, sein Teint gl\u00e4nzt dunkel. Er macht auf sie einen edlen, sehr gepflegten Eindruck sodass sie sich schon innerlich zur\u00fccknehmen muss nicht in Schw\u00e4rmerei zu geraten. ,,Ich m\u00f6chte sie etwas fragen&#8220;, versetzt er. ,,W\u00e4ren Sie bereit, mit mir in mein Haus zu fahren f\u00fcr etwas ganz spezielles; es soll auch nicht zu Ihrem Schaden sein; ich werde Sie nicht \u00fcberfordern, meine Dame; sie sollten wissen dass ich nach dem Tod meiner Frau an nichts anderes mehr zu denken in der Lage bin als an sie &#8211; also, seien Sie beruhigt, ich werde Ihnen nichts abverlangen was nicht auch Ihren W\u00fcnschen entspricht.&#8220; Kleinlaut willigt sie ein und durch ihren Kopf schie\u00dfen wirre Gedanken. &#8211; (Ende Teil 1)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein nasskalter Herbstabend. Die Gro\u00dfstadt faucht den Atem der Rushhour. 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