{"id":389,"date":"2009-05-30T14:24:32","date_gmt":"2009-05-30T12:24:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2009\/05\/30\/389\/"},"modified":"2020-04-12T10:38:30","modified_gmt":"2020-04-12T08:38:30","slug":"389","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2009\/05\/30\/389\/","title":{"rendered":"Gibt es IKEA in Indien?"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe es satt. Ich will einkaufen, dem Konsumterror fr\u00f6nen und jedesmal winselt mich ein Inder auf seinen blutiggescheuerten Knien an, um mir ein schlechtes Gewissen zu machen. Die gleichen Inder, die auf den Volksfesten ihren Tand an Leute verscheuern, die selber Tand sind. M\u00f6chten sich ein kleines Zubrot verdienen, f\u00fcr eine Sch\u00fcssel Reis mehr am Tag und einen neuen roten Lippenstift, um sich den Punkt auf der Stirn zu erneuern, denn der letzte ging f\u00fcrs Schminken der Tochter drauf. Die verdient auch Geld. Mit ganz bemaltem Gesicht. Denn kleine Gesichter kommen gut, da sehen Schw\u00e4nze immer eine Nummer gr\u00f6\u00dfer aus, das steigert das Wohlbefinden der Freier.<\/p>\n<p>Da stehen und sitzen sie also, knien auf ihren abgesifften Polstern und schauen einen mit einem Hundeblick an. Wo doch inzwischen jeder weiss, dass Hunde nur Fl\u00f6he haben und fressen und Kinder ins Gesicht beissen. Derangierte Gesichter mit ausrangierten retrokapitalistischen Taktiken und\u00a0 trotzdem erfolgreich, genau wie die verkackten verflohten K\u00f6ter. Finden immer einen\u00a0Dummen, der sich ihrer annimmt.<\/p>\n<p>Wenn man den Blick in die Sammelschale wirft, ist man gefangen, verloren,\u00a0erwischt. Denn die sind gerade mit einer Handvoll M\u00fcnzen gef\u00fcllt um den Eindruck zu erwecken, Scheisse, dem muss ich noch was geben, muss den Haufen M\u00fcnzen etwas vergr\u00f6\u00dfern. Dem muss ich was geben, muss zeigen das ich ein Gewissen hab. Ein guter Mensch bin, ein guter. Jaja. Um selbst dran zu glauben und letzendlich doch in der H\u00f6lle an einer Stange zu schmoren, denn Luzifer steht auf frisch ausgeblutetes S\u00fcnderkebab.<\/p>\n<p>Aber anstatt sie anzuschreien, in die Familienplanung zu treten oder mit Missachtung zu strafen, kramt man zwischen Fusseln und ranzigem Kaugummi, welches seit zwei Jahren das Verfallsdatum \u00fcberschritten haben, genau wie man selbst. Den Blick verzweifelt nach oben zu einem Gott gerichtet, der gerade Gl\u00fccksrad schaut, sich am Sack kratzt und keine Zeit hat dir mit einem l\u00e4ssigen Fingerschnippen ein paar Cent in die Hand zu zaubern oder dich in die n\u00e4chste Wichskabine eines Sexshops teleportieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Und in diesem Moment, der das Zeitempfinden unangenehm ver\u00e4ndert, denn du willst nicht zu lange bei diesem Unrat stehenbleiben, du k\u00f6nntest dich anstecken und selbst zu Unrat werden, in diesem Moment stellt sich f\u00fcr eine Tausendstelsekunde die Frage: Was kostet die Herstellung einer Patrone?<\/p>\n<p>Genausoviel wie die 50 Cent die man in den Mc Donalds-Getr\u00e4nkebecher reinwirft, weil die grade zum Telefonieren gen\u00fcgen, und wieso sollte ein indischer Penner telefonieren wollen, wenn dann eh nach Indien um seiner Familienherde Hallo zu sagen, die grade eben dann keine Zeit hat, weil sie im zugeschissenen Ganges irgendwelche Waschungen vollzieht, vermutlich mit Seife. Seife aus Lauge, aus Asche, aus ihren Verwandten, die grade eben oder letzten Mittwoch (weil da nix Interessantes im indischen Fernsehen l\u00e4uft, au\u00dfer die zweitausendste Wiederholung von irgendwelchen Hindukuh-Unf\u00e4llen, die sich jeden Tag in Indien ereignen) verbrannt worden sind. Der Kreislauf des Lebens nennen das altkluge Besserwisser und kratzen sich dabei die Arschfisteln blutig.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde es ausmachen, dieses Ungesicht mit einer 50 Cent-Patrone zu beschenken, einem neuen Punkt auf der Stirn, der Hinterkopf platzt in einem roten Nebel, eine Gischt aus Blut spritzt an die n\u00e4chste Betonwand. Graue Betonwand. Gebaut in den Siebzigern oder Achtzigern oder noch vor der beschissenen unbefleckten Empf\u00e4ngnis Mutter Theresas, dieser alten Fickschatulle (Danke an Denkschmerz f\u00fcr diese grandiose Wortsch\u00f6pfung). Grauer Beton f\u00fcr graue Leute mit grauenvollen Gedanken. Die im Morgengrauen aufstehen, mit violetten Krampfadern im Gesicht vom letzten Vollsuff, die ihren Sony-Fernseher mit 186 cm Blackplanarluxtrinitronmatrix-TFT einschalten, um beim neuesten Fu\u00dffetischporno abzuwichsen. Die nicht langweilig sind, sondern auch mal Lust auf was Neues haben. Zum Beispiel Toast mit Schuhcreme zu beschmieren, den Hund zu ficken oder beim Pissen den Strahl anzuhalten, weil das abh\u00e4rtet bevor die H\u00f6lle ihre Pforten \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Wesentlichen, sagt das Wisent.<br \/>\nMan will so einem Dorsch also mitten ins Gesicht schiessen oder zumindest scheissen, weil nicht grad jeder eine Knarre dabeihat, wenns dringend n\u00f6tig ist, sowieso nicht in diesen Zeiten, wo jeder Zw\u00f6lfj\u00e4hrige die Bleispritze seines Erzeugers im Kleiderschrank findet und damit die halbe Grundschule ausrotten kann. Also einfach Hose runter, Rosette gerunzelt und fett abgeschissen, bis der Zappergeck erstickt und falls nicht, dann halt noch ein paarmal drauftreten.<\/p>\n<p>Wie laut sind brechende Knochen? Berstende Kiefer, Schl\u00fcsselbeine und Zahnh\u00e4lse? Wieviel Dezibel? Geh\u00f6rt man dann schon zu den L\u00e4rmterroristen, die dummerweise immer \u00fcber einem wohnen mit Parkett, Klavier und Rotzplagen, denen Steppschuhe geschenkt werden? Die wandelnden akustischen und\u00a0meist auch optischen Beleidigungen auf zwei Beinen, die einem keine ruhige Minute g\u00f6nnen, nicht mal wenn sie ins Bett gehen, weil sie v\u00f6geln wie Bohrschlagh\u00e4mmer beim Stra\u00dfenaufriss. Diesen Leute geh\u00f6rt ein H\u00f6rger\u00e4t an die Lauscher getackert, der Empfangspegel bis zum Anschlag hochgedreht und dann in den Kinderhort von IKEA geworfen. Gibt es IKEA in Indien? &#8230; to be continued!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe es satt. 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