{"id":4054,"date":"2010-11-03T00:07:09","date_gmt":"2010-11-02T22:07:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/?p=4054"},"modified":"2025-06-24T07:23:32","modified_gmt":"2025-06-24T05:23:32","slug":"ata","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2010\/11\/03\/ata\/","title":{"rendered":"Ata"},"content":{"rendered":"<p><em>Und dann steh\u2019 ich da, mit Tr\u00e4nen in den Augen und muss mir ansehen, was ich angerichtet hab.<\/em><\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Fr\u00fchmorgens grinst mir mein Freund mit verklebten Augen und dem typischen Mundm\u00fclleimer in mein zerknautschtes Gesicht und bedeckt es mit hundert K\u00fcssen, bevor er sich aus dem Bettdeckenchaos befreit, um im Badezimmer zu verschwinden. Auf dem Weg dorthin gew\u00e4hre ich ihm noch einen fl\u00fcchtigen Blick auf meinen nackten K\u00f6rper, um ihn vielleicht doch noch zu \u00fcberreden, sich noch ein paar Minuten zu mir unter die Bettdecke zu gesellen. Schmunzelnd und kopfsch\u00fcttelnd wirft er mir ein \u201aIch liebe dich so sehr!\u2019 zu, bevor er die Schlafzimmert\u00fcr hinter sich schlie\u00dft und wenige Augenblicke sp\u00e4ter das Wasserprasseln der Dusche zu h\u00f6ren ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">Kurz darauf muss auch ich mich aufrappeln, um p\u00fcnktlich auf der Arbeit zu sein und wundere mich noch dar\u00fcber, die Haust\u00fcr gar nicht geh\u00f6rt zu haben. \u201aVermutlich war ich noch ein paar Minuten eingenickt\u2019, h\u00e4nge ich meinen Gedanken nach und schl\u00fcpfe aus dem warmen Bett, um mir die Kleidung \u00fcberzustreifen, die ich mir schon abends zurecht gelegt hatte. M\u00fcde tapse ich in Richtung K\u00fcche, um die Kaffeemaschine anzuschalten, die er mir jeden Morgen zurecht macht, damit ich mir im Bad l\u00e4nger Zeit lassen kann. Ich brauche lange, bis ich morgens richtig wach werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">Auf dem Weg \u00fcber die kalten Fliesen im Flur, sehe ich seine Arbeitstasche stehen und grinse \u00fcber seine schusselige Vergesslichkeit. Im Bad \u00fcberpr\u00fcfe ich nach dem morgendlichen Toilettengang meine Augenringe im Spiegel, w\u00e4hrend ich mir automatisch die Zahnpasta auftrage. Mit der Zahnb\u00fcrste im Mund schlappe ich zur\u00fcck in die K\u00fcche um mir den Kaffee einzugie\u00dfen, damit dieser noch abk\u00fchlen kann, bevor ich ihn eilig runterkippen muss. Statt dem gewohnt duftenden Schwarz erblicke ich nur eine Pf\u00fctze tr\u00fcben Wassers. Er hatte es wohl auch eilig. Also beginnt mein Tag wohl ohne mein geliebtes Wachr\u00fcttelgetr\u00e4nk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">Etwas zerknirscht dar\u00fcber, gehe ich zur\u00fcck ins Bad um die scharfe Br\u00fche im Mund loszuwerden. Durch den Spiegel entdecke ich hinter mir ein kleines H\u00e4ufchen ordentlich zusammengelegter Kleidung liegen. Einen Moment lang muss ich die merkw\u00fcrdigen Ereignisse zusammenreimen, bis ich auf einen Schlag hellwach bin und mich panisch umblicke. Vorsichtig ziehe ich den Duschvorhang zur\u00fcck und mache eine schauderhafte Entdeckung, die mir den Atem stocken l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine Flasche Duschgel, die ge\u00f6ffnet auf einem Rinnsal von Blut liegt, Hautfetzen und Haarb\u00fcschel getaucht in tiefem Rot, die den Abfluss der Dusche verstopfen. Dieser Anblick gibt dem Satz \u201aim Badezimmer verschwinden\u2019 eine ganz neue Bedeutung. Ata im Abflussrohr gab der schrecklichen Geschichte den Rest. At\u00e1 mein Liebster, vielleicht h\u00e4tte ich gestern nicht so gr\u00fcndlich putzen sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.tylers-kneipe.de\/images\/putzen.jpg\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"192\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und dann steh\u2019 ich da, mit Tr\u00e4nen in den Augen und muss mir ansehen, was ich angerichtet hab. Fr\u00fchmorgens grinst mir mein Freund mit verklebten Augen und dem typischen Mundm\u00fclleimer in mein zerknautschtes Gesicht und bedeckt es mit hundert K\u00fcssen, bevor er sich aus dem Bettdeckenchaos befreit, um im Badezimmer zu verschwinden. 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