{"id":4171,"date":"2010-12-30T13:30:16","date_gmt":"2010-12-30T11:30:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/?p=4171"},"modified":"2025-06-24T07:23:32","modified_gmt":"2025-06-24T05:23:32","slug":"boing-boing-boring","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2010\/12\/30\/boing-boing-boring\/","title":{"rendered":"boing, boing, boring!"},"content":{"rendered":"<p>Ich hab\u2019 alles versucht und nichts gemacht\u2026 die gute alte Langeweile geht an meiner Seite!<\/p>\n<p>Ob es nur mir so geht? Ich wei\u00df es nicht, denn wenn sich die Langeweile als Zeitgenosse ank\u00fcndigt, versuche ich seltsamer Weise anderen Menschen aus dem Weg zu gehen. Sie k\u00f6nnten sie mir schlie\u00dflich unangenehm durch Arbeit und verantwortungsvolle Aufgaben entrei\u00dfen oder sie durch nicht weniger sinnlose Freizeitgestaltung vertreiben. Die Langeweile kommt schlie\u00dflich nicht oft zu Gast, und wenn, will ich sie ganz f\u00fcr mich alleine haben. Naja, nicht ganz allein, denn meist bringt sie ihre Freundin die Faulheit noch mit.<\/p>\n<p>Die zwei erg\u00e4nzen sich ganz gut, sind sozusagen ein eingespieltes Team. Denn wenn ich ein Argument finde, mich mit wichtigen Dingen zu besch\u00e4ftigen, lenkt entweder die Faulheit ein, dass doch nicht immer alles sofort erledigt sein will, oder die Langeweile bezirzt mich mit weitaus verlockenderen T\u00e4tigkeiten wie dem Zappen durch das \u00f6de Fernsehprogramm, dem L\u00f6cher-in-die-Luft-Starren, oder dem viertelst\u00fcndlichen Blick in den leeren K\u00fchlschrank.<\/p>\n<p>Achja, Einkaufen sollte ich ja auch mal wieder. Doch da meldet sich die Faulheit schon wieder zu Wort, dass es doch viel zu anstrengend sei, jetzt die Stiefel anzuziehen, um durch den Schnee zu stapfen, damit ich um diese Uhrzeit gestresste Rentner am Regal aus dem Weg schubse um ihnen dann an der Kasse beim Kleingeldz\u00e4hlen zuzusehen, w\u00e4hrend ich etwas weniger Nahrhaftes, dennoch Schmackhaftes aufs Band lege und freundlich Nicken muss, nachdem sie mir, nett wie sie doch sind, einen Warentrenner vor meine Sachen gelegt haben, damit sie sie nicht versehentlich mitbezahlen.<br \/>\n\u00dcberzeugt! Es findet sich zu Hause bestimmt noch etwas Essbares im Regal, wozu dann der ganze Aufwand? Auch die W\u00e4sche l\u00e4uft (noch) nicht davon, die sich erschreckend hoch \u00fcber dem Korb auft\u00fcrmt. Anbei r\u00e4t mir die Langeweile, mal wieder genau nachzusehen, wie viele Paar Socken sich in meinem Schrank befinden und ob sie farblich auch zusammen passen. Nach einigen Wochen stressigem Studenten-, Arbeits- oder Rentendasein kennt man das doch, dass solch wichtige T\u00e4tigkeiten immer wieder in Vergessenheit geraten. <\/p>\n<p>Auch die Steuererkl\u00e4rungen der letzten drei Jahre k\u00f6nnen der Langeweile nicht vormachen, wichtiger zu sein, als den Desktop nach Wichtigkeit der Ordner und Dateien zu sortieren oder im Internet nach Liveclips der momentanen Lieblingssongs zu suchen. Die Faulheit entscheidet f\u00fcr mich, dass ich nicht immer alles wissen muss, als ich gerade dazu ansetzen wollte, Nachrichten des Weltgeschehens zu lesen. Also \u00fcberfliege ich lieber irgendwelche wenig informativen Seiten und setze mich dann wieder zur\u00fcck aufs Sofa. Vielleicht wollen meine beiden G\u00e4ste ja lieber mit mir eine DVD ansehen, die ich eigentlich schon kenne.<\/p>\n<p>Prompt klingelt das Telefon, das zum Leidwesen der Faulheit auch noch direkt neben mir liegt. Als ich abhebe, sehe ich die beiden im Augenwinkel d\u00e4umchendrehend nerv\u00f6s darauf zu warten, bis ich mich endlich wieder ganz ihrer Anwesenheit widme. Tja, das kann dauern, verabschiede ich mich noch fl\u00fcchtig von den beiden. Aber ihr kommt ja bestimmt bald mal wieder zu Besuch, oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hab\u2019 alles versucht und nichts gemacht\u2026 die gute alte Langeweile geht an meiner Seite! Ob es nur mir so geht? Ich wei\u00df es nicht, denn wenn sich die Langeweile als Zeitgenosse ank\u00fcndigt, versuche ich seltsamer Weise anderen Menschen aus dem Weg zu gehen. 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