{"id":4585,"date":"2011-05-25T22:15:03","date_gmt":"2011-05-25T20:15:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/?p=4585"},"modified":"2025-06-24T07:23:31","modified_gmt":"2025-06-24T05:23:31","slug":"benimmregeln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2011\/05\/25\/benimmregeln\/","title":{"rendered":"Benimmregeln"},"content":{"rendered":"<p>Ich lehne mich mit tiefem Dekollet\u00e9 \u00fcber den Tisch und blicke deinem Chef tief in die Augen, w\u00e4hrend ich ihm von deinem morgendlichen Mundgeruch und der Dauer deines eitlen Badezimmeraufenthaltes erz\u00e4hle. Du sitzt neben mir, mit hochroten Kopf, wei\u00dft nicht wohin mit deiner Wut. Den Tritt deiner Ferse gegen mein Schienbein honorierte ich mit einem beherzten Kniff in deinen Schritt. Dass du nicht laut aufgejault hast, war pure K\u00f6rperbeherrschung, doch dein stummer Schrei wurde auch von der gegen\u00fcberliegenden Tischseite bemerkt, jedoch h\u00f6flich ignoriert. Auch die weiteren unangebrachten Bemerkungen meinerseits wurden nicht quittiert, sondern vielmehr \u00fcbergangen. Die besch\u00e4mten Blicke versuchen alle von mir abzuwenden, doch lasse ich mit fuchtelndem Besteck in der Hand und lautstarker Stimme gar nicht erst zu, mich nicht wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Vom anf\u00e4nglichen Sekt bin ich schon l\u00e4ngst zu Martini \u00fcbergegangen, obwohl ich eigentlich gar keinen Alkohol vertrage. Du fragst dich vermutlich schon lange, warum du mich \u00fcberhaupt gebeten hast mitzukommen. Der Kellner bringt mir, gerade als ich mich mit einem deiner Kollegen \u00fcber die Selbstmordrate unter M\u00e4nnern im Vergleich zu der der Frauen im Verh\u00e4ltnis zur Machtposition im Beruf unterhalte, mein vorhin bestelltes Bier. Kalt sollte es sein. An meinem Hals teste ich die Temperatur, woraufhin sich meine Nippel neckisch aufstellen. Nun starren mir vier Herren unverbl\u00fcmt auf die Br\u00fcste, welche nur von dem weichen Stoff meines wei\u00dfen Kleides bedeckt sind und entsprechend von mir zur Schau gestellt werden. Die beiden Damen am Tisch gucken mich ungl\u00e4ubig an, bevor sie je eine Augenbraue heben und sich demonstrativ zunicken, als w\u00fcrden sie sich gegenseitig best\u00e4tigen, was gerade geschieht. Dabei war ich mir fast sicher, dass ich einen Funken Lust in den Augen der jungen Chefsgattin aufleuchten sah. Seine dritte Frau \u00fcbrigens.<br \/>\nDie andere scheint sich nun mit dir verb\u00fcnden zu wollen, da du mich nun versuchst zu ignorieren. F\u00e4llt dir zunehmend schwerer, da ich die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf mich ziehe und ich mich dadurch nur noch mehr angestachelt f\u00fchle, dich in eine unangenehme Situation zu man\u00f6vrieren. Deiner Verb\u00fcndeten werde ich nachher als Retourkutsche einreden, sie habe noch Essensreste zwischen den Z\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchle mich ziemlich wohl in meiner Position und flirte noch ein wenig mit dem Kellner, bevor er wieder vom Nachbartisch vereinnahmt wird. Dein Kollege neben mir nimmt l\u00fcckenlos seine Rolle ein und beantwortet mir zu indiskrete Fragen mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Ich gehe davon aus, dass ihr beiden nicht unbedingt die besten Freunde bei der Arbeit seid und er nun versucht, auch an diesem Abend mit dir zu konkurrieren. Die besseren Karten h\u00e4lt er im Moment auf der Hand, doch die Tr\u00fcmpfe hab ich aus dem Spiel genommen.<\/p>\n<p>Deine erneute Bitte, mich unter vier Augen sprechen zu wollen, winke ich mit einem gelangweilten \u201esp\u00e4ter\u201c ab. Wenn ich dein Chef w\u00e4re, w\u00fcrde ich dich nach diesem Abend entlassen, sofern du nicht unter Beweis stellen k\u00f6nntest, dass ich nicht Herr meiner Sinne bin und du dennoch \u00fcber den Dingen stehst und jede Situation unter Kontrolle hast. Momentan kann man das jedoch nicht unbedingt behaupten. Vielmehr mache ich gerade deutlich, dass du an meinen F\u00e4den h\u00e4ngst und ich mit dir und deinem immer kleiner werdenden Ego spielen kann und du nicht den Mut hast, etwas dagegen zu unternehmen. Dein Chef sieht sich das Szenario allerdings bislang sehr gelassen und am\u00fcsiert an.<\/p>\n<p>Vom Lustobjekt verwandle ich mich in eine Alleinunterhalterin, die einen schmutzigen Witz nach dem anderen rei\u00dft und sich im Gel\u00e4chter der anderen suhlt, da dies das Mitleid f\u00fcr dich spiegelt. Mir ist es egal, wie peinlich ich dir bin und werfe noch ein Glas um, bevor ich mich zur Toilette entschuldige. Obwohl ich noch geradeaus laufen kann, bestehst du darauf mich auf dem Weg durch das Lokal zu begleiten. Kaum aus dem Sichtfeld unseres Tisches, dr\u00fcckst du mich grob mit den Schultern gegen die Wand und keifst mich an, was das alles soll und ob ich dich ruinieren m\u00f6chte. Alles was ich darauf antworten kann ist, dass wenn du zuvor betonst, ich solle mich benehmen und du mich dabei behandelst als w\u00e4re ich ein unm\u00fcndiges Kind dem nichts zuzutrauen ist, dann verhalte ich mich eben wie ein Kind! Ein trotziges Kind, das sich dem widersetzt, was man ihm aufgetragen hat. Die Konsequenzen hast du selbst zu tragen, denn ich nehme mir nun ein Taxi.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lehne mich mit tiefem Dekollet\u00e9 \u00fcber den Tisch und blicke deinem Chef tief in die Augen, w\u00e4hrend ich ihm von deinem morgendlichen Mundgeruch und der Dauer deines eitlen Badezimmeraufenthaltes erz\u00e4hle. 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