{"id":4795,"date":"2011-10-31T09:04:39","date_gmt":"2011-10-31T07:04:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/?p=4795"},"modified":"2020-04-12T09:56:38","modified_gmt":"2020-04-12T07:56:38","slug":"warum-ich-nur-auf-tittenwerbung-reagiere","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2011\/10\/31\/warum-ich-nur-auf-tittenwerbung-reagiere\/","title":{"rendered":"Warum ich nur auf Tittenwerbung reagiere."},"content":{"rendered":"<p>Werbung ist eine wirklich schlimme Sache. Sie f\u00fchrt das fort, was die BRAVO und schlechte Musikvideoclips bei uns als Teenager angefangen haben. \u00dcberhaupt: MEDIEN. Grauenhaft. Ha, und das schreibe ich heute, ausgerechnet an Halloween! Wunderbar. (Grauenhaft und Wunderbar in einen Satz zu bringen- alleine\u00a0<em>daf\u00fcr<\/em>\u00a0sollte ich den Pulitzer bekommen.)<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Thema: Vor ein paar Tagen las ich einen facebook Kommentar einer Freundin. Sie regte sich \u00fcber das Sammelsurium geschmackloser Pissoirs auf- denn fast alle stellten in irgendeiner Art Frauen dar, und verst\u00e4ndlicherweise m\u00f6chte niemand- nicht mal stilisierte Frauen- dass man auf oder in ihn rein pinkelt. (Oder sie)<br \/>\nEs folgten einige beipflichtende Kommentare- nur einer darunter war vielleicht nicht unbedingt angemessen, wenn auch sicher nicht b\u00f6sartig gemeint, l\u00f6ste aber dennoch eine grundlegende Diskussion \u00fcber das Bild der Frau in dieser unserer modernen Welt aus.<\/p>\n<p>Nach einigem Hin und Her beider aufgebrachter Seiten mit wirklich witzigen kleinen Kommentaren wie &#8222;Ich hab rote Haare, ich kann das voll verstehen&#8230;&#8220; bei denen ich doch schmunzeln musste, kam ich nicht umher der ganzen Sache meinen eigenen Senf aufzudr\u00fccken.<br \/>\nIch schrob, dass ohne urteilen zu wollen, aber dem vernunftbegabten Beobachter\/in doch schon allein in der allt\u00e4glichen Print- und Fernsehwerbung klar und \u00fcberdeutlich werden sollte, dass das Bild, dass uns von einer Frau und ihrer Rolle in der Gesellschaft\u00a0vorgelebt wird, mehr als diskussionsw\u00fcrdig ist.<br \/>\nWenn man mal nur einen Tag darauf achtete MUSS man sich ja fast schon auch als Mann derma\u00dfen dar\u00fcber MIT aufregen, wie kleingeistig und primitiv der Gro\u00dfteil unserer Medien funktioniert, dass so eine Rollenzuordnung \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist. Als Frau w\u00fcrde ich kaum aus dem Haus gehen k\u00f6nnen ohne w\u00fctend zu werden, als Mann habe ich das seltene wenn auch ungerechte Privileg dass mir diese Dinge um so weniger auffallen, je weniger ich auf meine Umgebung achte.<br \/>\nAls Frau ist diese Konfrontation mit dem eigenen Geschlecht als junge\/schlanke\/bl\u00f6de\/willige\/wertlose Sexplakatierung allgegenw\u00e4rtig und d\u00fcrfte auch die selbstbewusstesten Damen beizeiten einholen und wirklich besch\u00e4ftigen, sofern sie nicht mit geschlossenen Augen durchs Leben gehen.<\/p>\n<p>Die Diskussionsstarterin pflichtete mir bei. Im Alltag begegnet man auf fast jeder vorstellbaren Ebene der Medien und Rollenverteilung einem Bild von Frauen, welches sich keiner so richtig gerne auf den Leib schneidern lassen w\u00fcrde. Ob nun Hosenhalbmasttragende HipHop Querulanten erkl\u00e4ren dass Bitches nur zum v\u00f6geln da sind, Papa Mama anbl\u00f6kt warum die Stube (Was f\u00fcr ein sch\u00f6nes Wort- nebenbei) noch nicht geputzt ist oder die Plakate an den Bushaltestellen mit vollbusigen Blondchen Versprechen von Sex mit zwei dutzend \u00e4hnlichen Weibern geben, solange man nur ein entsprechendes Deo benutzt. Es ist- im wahrsten Sinne des Wortes- zum davonlaufen, aber leider nicht zu Entkommen.<\/p>\n<p>ABER. Ich betrachte Dinge gerne immer aus allen Perspektiven. Und in dieser kleinen Auff\u00fchrung gibt es auch die Sicht des MANNES. Wird dieser nicht auch stilisiert? M\u00fcssen M\u00e4nner, glaubt man den angesprochenen Quellen, nicht immer muskul\u00f6s, gutaussehend, technikbegeistert und von dicken Autos besessen sein? Traut man M\u00e4nnern denn nicht zu, dass sie auch auf andere Reize ansprechen als auf dicke Titten und suppentellergro\u00dfe Brustwarzen? M\u00e4nner werden in der Werbung darauf &#8222;reduziert&#8220;, dass sie triebgesteuert seien. Es geht darum, die Freunde zu beeindrucken und immer auf dem neuesten Stand mit der dicksten Hose zu sein. Nat\u00fcrlich ist diese verkorkste Geschlechterrolle die weitaus &#8222;angenehmere&#8220; von den Beiden zur Wahl stehenden. Nichts desto Trotz sind beide einfach Bl\u00f6dsinn.<\/p>\n<p>Der Unterschied besteht darin, dass M\u00e4nner in der Geschichte schon immer das &#8222;starke&#8220; Geschlecht waren. Sie hatten und haben immer mehrere Optionen, um gesellschaftlich anerkannt zu werden. Bist du klein, wirst du eben cool und unantastbar. Bist du h\u00e4sslich kannst du mit Hacken und krassen Computerskills punkten. Bist du bl\u00f6d trainierst du dir eben Muskeln an und hoffst, dass niemand dich nach der Anzahl unserer Bundesl\u00e4nder fragt.<br \/>\nWas ich damit sagen will ist: M\u00e4nner haben einen wesentlich bequemeren Ausgangspunkt. Sie k\u00f6nnen sich sicher f\u00fchlen, denn irgendwie kommen sie schon zu ihrer Akzeptanz und ihrem Erfolg, mit ungemein weniger Aufwand als die meisten Frauen. Das ist wie einer dieser Bengel die von zu Hause ausziehen aber alles von Mutti und Vati bezahlt bekommen. Egal wie d\u00e4mlich du dich anstellst, du kannst immer darauf wetten, dass am Anfang des Monats eine Not\u00fcberweisung der Eltern auf dem Konto landet.<\/p>\n<p>Frauen hingegen mussten lange f\u00fcr ein gewisses Ansehen k\u00e4mpfen. Es dauerte Jahrzehnte, aus der Rolle der treudoofen Hausfrau rauszukommen- und heute, 2011, diskutieren wir ernsthaft \u00fcber eine Frauenquote? Ist das nun f\u00f6rderlich, weil sie dadurch unterst\u00fctzt werden? Oder ist es eher eine begl\u00e4ubigte Unterschrift unter die Tatsache, dass die armen kleinen doofen wehrlosen Frauen es alleine nicht hinbekommen?<br \/>\nQuintessenz ist: M\u00e4nner k\u00f6nnen den Medien wesentlich gelassener begegnen. Sie halten die vorteilhaftere Rolle inne, auch wenn sie nat\u00fcrlich genau wie Frauen von der Werbung in eine hirnrissige und fragw\u00fcrdige Rolle gedr\u00e4ngt werden. Nur befinden sie sich in keinem Zweikampf um Akzeptanz: Entweder ich oder dieses bescheuerte Bild von mir.<\/p>\n<p>Das Ding ist- und darauf brachte mich meine Freundin: Die Emanzipationsbewegung tut sich eigentlich keinen Gefallen, wenn sie sich stets und st\u00e4ndig \u00fcber alles aufregt. Wie in fast allen Themenbereichen gilt es auch hier, ein gesundes Mittelma\u00df zu finden und manche Dinge einfach nicht ernst zu nehmen- das sollten M\u00e4nner im \u00dcbrigen dringendst genau so tun. Die tun sich absolut keinen Gefallen damit, wenn sie unter solche und oder \u00e4hnliche Frauen-als-Pissoir-Fotos Kommentare schreiben wie &#8222;H\u00f6h\u00f6, Geil.&#8220;, weil es nur dazu f\u00fchrt, dass diese gesammelt werden, den Werbespinnern in ihrer beschr\u00e4nkten Welt vermitteln dass wir das toll finden und wir somit nur NOCH mehr M\u00f6pse sehen m\u00fcssen, wenn wir uns durch das Internet bewegen. Mal ehrlich Freunde, ich KANN diese eine blonde Tussi nicht mehr sehen, die mir tagaus tagein wei\u00dfmachen will, dass sie aus Berlin Marzahn kommt und nur darauf WARTET, dass sich endlich irgendwer dazu ERBARMT vorbeizukommen und sie ENDLICH von ihrer wahnsinnigen Geilheit befreit, einfach so, v\u00f6llig kostenlos. Die hat es n\u00e4mlich SO bitter n\u00f6tig, dass sie jeden Tag umzieht und mal aus Marzahn kommt und tags drauf aus Lichtenberg, Neuk\u00f6lln oder an ganz verzweifelten Tagen sogar aus Gimmeldingen. Diese arme Frau! Zieht jeden Tag um und sich st\u00e4ndig f\u00fcr mich aus! Kommt dauernd aus anderen Ortsteilen aber nie zum Orgasmus! Was f\u00fcr ein Schicksal.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mal eine Coca Cola Werbung sehen, in der ein pickliger kleiner fettstirniger Knirps vorm Computer hockt, World of Warcraft spielt und sich ein St\u00fcck Pizza dazu zwischen die Backen schaufelt.<br \/>\nOder eine Parfumwerbung, in der sich eine 54 Jahre alte Schrapnelle noch eben schnell was in ihre Haare pfeift, bevor sie sich in ihrem wahnsinnig geschmacklosen Kleid aus dem Haus macht.<br \/>\nOder um Himmels willen endlich mal eine Bierwerbung ohne gutgebaute kernige Businesstypen die am Stand entlangwatscheln und sich durch ihr volles Haar fahren.<br \/>\nIch w\u00e4re sogar zufrieden mit einer McDonalds Werbung, in der Burger aussehen wie traurige lapprige knatschige Kaugummis, die kaum zwei Finger breit sind und bestimmt schon drei Tage in der Sonne gelegen haben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>DAS Produkt w\u00fcrde ich sofort kaufen. Und wenn es Scheisse ist- es w\u00e4re wenigstens ehrlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werbung ist eine wirklich schlimme Sache. Sie f\u00fchrt das fort, was die BRAVO und schlechte Musikvideoclips bei uns als Teenager angefangen haben. \u00dcberhaupt: MEDIEN. Grauenhaft. Ha, und das schreibe ich heute, ausgerechnet an Halloween! Wunderbar. (Grauenhaft und Wunderbar in einen Satz zu bringen- alleine\u00a0daf\u00fcr\u00a0sollte ich den Pulitzer bekommen.) 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