{"id":4881,"date":"2011-11-09T06:24:00","date_gmt":"2011-11-09T04:24:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/?p=4881"},"modified":"2025-06-24T07:23:31","modified_gmt":"2025-06-24T05:23:31","slug":"geoffnete-turen-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2011\/11\/09\/geoffnete-turen-teil-ii\/","title":{"rendered":"Ge\u00f6ffnete T\u00fcren (Teil II.)"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Was macht die Angst aus einem, wenn man nicht ernst genommen wird?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Hannes, der gerade noch besch\u00fctzend vor mir stand und vorsichtig den Kopf aus dem T\u00fcrrahmen streckte, geht nun einen Schritt zur Seite. Damit ich mich selbst davon \u00fcberzeugen kann, dass uns keine schlimmen Monster auflauern, wie er es bel\u00e4chelnd nennt. Ich \u00e4rgere mich dar\u00fcber, nicht ernst genommen zu werden und versuche eine furchtlose Haltung einzunehmen. Merkw\u00fcrdiger Weise wirkt das Treppenhaus nun tats\u00e4chlich wenig angsteinfl\u00f6\u00dfend und pl\u00f6tzlich sehr lebhaft. Spielsachen und Schuhe in diversen Gr\u00f6\u00dfen stehen vor den Wohnungen, zwei der T\u00fcren sind angelehnt und Essensger\u00fcche dringen in meine Nase, die mir erneut bewusst machen, dass die Zeit unbemerkt viel zu schnell an mir vor\u00fcber zieht. Ich bin etwas erleichtert.<\/p>\n<p>Mit Nachdruck und leichter Anwendung von Gewalt, schlie\u00dft Hannes die Wohnungst\u00fcr, die noch gestern so federleicht ins Schloss fiel. In der K\u00fcche sitzen wir uns schweigend gegen\u00fcber. Ich denke noch immer beunruhigt \u00fcber die Geschehnisse nach, w\u00e4hrend er mich belustigt ansieht, als sei er in einen Bubenstreich eingeweiht, dem ich naiv erliege. Ich hasse das! Ich bin ver\u00e4rgert und ver\u00e4ngstigt zugleich. Als ich ihn vorwurfsvoll darauf anspreche und die offen stehenden Wohnungen erw\u00e4hne, zeigt er eine seltsame Reaktion. Auch von den Verbindungst\u00fcren, die sich merkw\u00fcrdiger Weise erst nach unserem Umzug auftaten, will er nichts h\u00f6ren. F\u00fcr einen kurzen, kaum merklichen Moment versteinert sich seine Miene, bevor er wieder das unbesorgte Gesicht aufsetzt. Doch ich kenne ihn zu gut, jedes Detail seines sch\u00f6nen Gesichtes kenne ich auswendig. Er entgegnet jedoch nur, dass das Geb\u00e4ude eben alt sei, ich mir nicht so viele Gedanken machen soll und es unserem ungeborenen Sohn auch gut tun w\u00fcrde, wenn ich alles etwas entspannter sehen k\u00f6nnte. Kann ich aber nicht. Und schon ert\u00f6nt das n\u00e4chste Ger\u00e4usch. <\/p>\n<p>Diesmal ein Klopfen. Definitiv aus dem Wohnzimmer. Kurz darauf folgt eine Stimme. Eine freundliche M\u00e4nnerstimme. Der Fremde fragt h\u00f6flich, ob er eintreten darf. Mit gro\u00dfen Augen starre ich meinen Mann an, der wiederum gelassen aufsteht und furchtlos der Stimme entgegen geht. Ich greife mir unterdessen zielstrebig ein gro\u00dfes Messer aus dem Holzblock und gehe auf leisen Sohlen zaghaft hinterher. Herzrasen. Als ich auf halber Strecke lautes Gel\u00e4chter und munteres Geplauder vernehme, verstecke ich das Messer vorerst hinter meinem R\u00fccken und linse misstrauisch um die Ecke. <\/p>\n<p>Ein dunkelh\u00e4utiger Mann, ca. 60 Jahre alt, mit kurzem graumeliertem Haar in beigefarbenem Pullover und brauner Hose steht neben unserem B\u00fccherregal, die T\u00fcr hinter ihm weit ge\u00f6ffnet. Als er mich entdeckt, gr\u00fc\u00dft er freundlich l\u00e4chelnd und fordert mich mit offen entgegengestecktem Arm auf, ihm die Hand zu geben. Ich z\u00f6gere, trete dann aber doch n\u00e4her und greife hinter meinem R\u00fccken umst\u00e4ndlich mit der linken Hand den Griff des Messers, um die Rechte f\u00fcr die H\u00f6flichkeitsformel frei zu haben. Er stellt sich als unseren Nachbarn vor und bittet uns um ein wenig Salz, da seines gerade ausgegangen sei. Hannes, neben den ich mich schutzsuchend wie ein kleines Kind gestellt habe, nickt, versucht mir unauff\u00e4llig das Messer abzunehmen und spurtet in Richtung K\u00fcche.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberfordert mit der Situation und starre den Mann an, ohne ein Wort zu sagen. Er l\u00e4sst den Blick durch den Raum schweifen und versucht sich darin, Komplimente bez\u00fcglich der Einrichtung zu machen. Sichtlich froh \u00fcber die rasche R\u00fcckkehr von Hannes und dankbar f\u00fcr das Salz, l\u00e4dt er uns zu sich in die Wohnung und zu seiner Suppe ein. Noch bevor ich etwas sagen kann, nimmt Hannes die Einladung an, greift meine Hand und zieht mich hinter sich und dem Mann in die fremde Wohnung. Die T\u00fcr hinter mir bleibt angelehnt.<\/p>\n<p>Seitlich des Flurs gehen einige R\u00e4ume ab, geradeaus gelangen wir direkt in das gro\u00dfe Wohn- und Esszimmer, das mit vielen Holzm\u00f6beln gem\u00fctlich eingerichtet ist. Auf dem Boden sitzt ein kleiner dunkelh\u00e4utiger Junge in Jeanslatzhose und weinrotem T-Shirt darunter. Vermutlich das Enkelkind. Er spielt mit Baukl\u00f6tzen und gr\u00fc\u00dft uns wohlerzogen, blickt jedoch nur fl\u00fcchtig und wenig interessiert von den bunten H\u00f6lzern auf. Obwohl er nichts weiter macht, nimmt mir der Junge die Unsicherheiten und gibt mir innerlich sogleich ein wenig mehr Ruhe.<\/p>\n<p>Der Mann der sich als John vorstellte, entschuldigt sich in die K\u00fcche und bittet uns, schon mal Platz zu nehmen. Als er laut \u201eJamal, Tahira, Essen!\u201c ruft, hallt aus einem der zahlreichen Zimmer eine Frauenstimme, die angibt, sofort zu kommen. Ich zucke zusammen, da auch ihre Stimme so abged\u00e4mpft klingt, wie zuvor schon die von Hannes. Erneut flackert das Licht kurzzeitig, bevor schlie\u00dflich ein Mann in etwa unserem Alter schlurfend den Raum betritt. Er gr\u00fc\u00dft uns unbeeindruckt, wuschelt dem spielenden Jungen durch das lockige Haar und nimmt schweigend mir gegen\u00fcber Platz. Das muss Jamal sein, vermutlich der Vater des Jungen. Er ist mir irgendwie unheimlich. Hannes verwickelt ihn in ein oberfl\u00e4chliches Gespr\u00e4ch und ich versuche ihn m\u00f6glichst unauff\u00e4llig zu beobachten. G\u00e4nsehaut breitet sich auf meinem K\u00f6rper aus. Die gesamte Situation ist mir absolut unangenehm. Und schon kommt Tahira fr\u00f6hlich um die Ecke, streicht dem Jungen ebenfalls \u00fcber den Kopf und setzt sich zu uns, als John mit den schon bef\u00fcllten Tellern herantritt. Er muss mehrmals gehen, bis endlich alle von der Suppe vor sich stehen haben und gemeinsam schweigend anfangen zu essen. Nur der Junge spielt weiterhin auf dem Boden, w\u00e4hrend alle anderen ihren Blick stur auf die Gem\u00fcsesuppe richten.<\/p>\n<p>Als sein Teller leer ist, bekundet Hannes h\u00f6flich, wie gut es geschmeckt hat. Ein einvernehmliches Nicken lockert die vorherrschende Stimmung etwas auf. Nach etwas erzwungenem Smalltalk verschwinden Jamal und Tahira, um den Jungen ins Bett zu bringen. Da ich weiterhin auf der Suche nach Antworten bin, nutze ich Johns Redseligkeit und spreche ihn auf die Verbindungst\u00fcren zu den anliegenden Wohnungen an. Den sanften und doch mahnenden Hieb durch Hannes ignoriere ich. John f\u00e4ngt an, eine schillernde Geschichte \u00fcber eine adlige Gro\u00dffamilie zu erz\u00e4hlen, die \u00fcber Generationen auf dem gro\u00dfen Anwesen lebte. Sie h\u00e4tten viele Hausangestellte gehabt, die Gemeinschaftsb\u00e4der, K\u00fcchen und je ein Schlafzimmer bereit gestellt bekamen. Sie lebten in einer gro\u00dfen Gemeinschaft, weswegen beinahe jedes Zimmer miteinander verbunden war. Abgesehen von den Wohnungst\u00fcren gab es keine Schl\u00fcssel zu den einzelnen T\u00fcren und die folgenden und aktuellen Bewohner legten auch keinen Wert darauf, sagt John.<\/p>\n<p>Seine Erz\u00e4hlung klingt einleuchtend und dennoch habe ich das Gef\u00fchl, angelogen zu werden. Auf meine Frage hin, was mit dem Strom sei, weil ich nun schon mehrmals ein Flackern der Lichter beobachten konnte, redet er sich raus. Er wisse nicht was ich meine, w\u00fcrde sich gut mit Kabeln auskennen, aber dies sei ihm noch nie aufgefallen. Irgendwas stimmt hier nicht, jedoch kann ich noch nicht sagen was es ist. Ich bleibe misstrauisch.<\/p>\n<p>Gerade als wir uns in Johns freundlicher Begleitung zur\u00fcck in unsere Wohnung begeben wollen, schneidet uns auf dem Flur ein schlaksiger Mann den Weg ab. Er kommt mir bekannt vor und als er fl\u00fcchtig durch die viel zu gro\u00dfen Brillengl\u00e4ser aufsieht, bleibt er ruckartig stehen, l\u00e4sst den Blick von mir zu Hannes schweifen, woraufhin er ihn freudig anstrahlt und sie sich \u00fcberschw\u00e4nglich begr\u00fc\u00dfen. Nach kurzer \u00dcberlegung, erkenne ich ihn nun auch. Thomas, ein ehemals guter Kumpel von Hannes. Als er vor Jahren weg zog, brach der Kontakt zwischen den beiden ab. Ich mochte ihn nie sonderlich, was vermutlich auf Gegenseitigkeit beruhte. Der Inbegriff des Klischees eines Nerds, mit ungek\u00e4mmtem Haar, Pullunder und Kordhose, erz\u00e4hlt uns, er wohne hier schon l\u00e4nger. Seine Einladung, uns seine Wohnung zu zeigen, kann Hannes nicht ausschlagen. John w\u00fcnscht uns an dieser Stelle noch einen sch\u00f6nen Abend und meint, er w\u00fcrde uns bei Gelegenheit besuchen kommen. Ob ich das gut finden soll, wei\u00df ich noch nicht. Und erneut trotte ich Hannes widerwillig hinterher, mit abermals unruhigen Tritten gegen die Bauchdecke. <\/p>\n<p>Wie ich sie mir vorgestellt hatte, ist die Wohnung sparsam eingerichtet. Computer, Musikanlage, viele B\u00fccher, ein ordentlich gemachtes Bett, auch sonst alles akkurat an seinem Platz. Auch hier sind s\u00e4mtliche T\u00fcren angelehnt, die vermutlich ebenso eine Verbindung zu den anderen Wohnungen darstellen. Aufmerksam wie er ist, bemerk Thomas meinen skeptischen Blick und erkl\u00e4rt sogleich, dass sich in der Gemeinschaft alle sehr gut miteinander verstehen und die Intimsph\u00e4re der anderen besser wahren w\u00fcrden, als in anderen H\u00e4usern, in denen die T\u00fcren verschlossen oder gar nicht vorhanden seien. Ich hatte bisher einen anderen Eindruck, aber wage es nicht ihm zu widersprechen. <\/p>\n<p>Nach dem Rundgang begleitet er uns zur\u00fcck in unsere Wohnung. Das Schloss kommt mir vor wie ein Labyrinth und ist mir nach wie vor unheimlich. W\u00e4ren die Tapeten nicht in jeder Wohnung andersfarbig, w\u00fcrde ich die Orientierung v\u00f6llig verlieren.<br \/>\nW\u00e4hrend ich mich genervt ins Schlafzimmer zur\u00fcck ziehe, unterhalten sich die beiden im Wohnzimmer angeregt \u00fcber alte Zeiten. Ich packe eine Tasche mit Kleidung zusammen, die ich in zwei Tagen f\u00fcr den Besuch bei den Eltern mitnehmen m\u00f6chte. Dort habe ich einige Dinge zu erledigen, die wir vor dem Umzug nicht mehr geschafft haben. Meine Sehnsucht nach einer Dusche oder einem entspannenden Bad in trauter Zweisamkeit ist gro\u00df. Deswegen verabschiede ich mich f\u00fcr heute freundlich von Thomas und hege die stille Hoffnung, er w\u00fcrde mit einem h\u00f6flichen R\u00fcckzug in seine eigenen R\u00e4umlichkeiten reagieren. Da er keine Anstalten macht, bewege ich mich allein in Richtung Badezimmer. <\/p>\n<p>Unsere eigene Wohnung erscheint mir erneut v\u00f6llig fremd. Um bei den vielen verwirrenden T\u00fcren sicher zu gehen, auch tats\u00e4chlich unser Bad zu erwischen, klopfe ich vorsichtshalber an. Womit ich dennoch nicht gerechnet habe, ist die Frauenstimme, die mir mit dumpfem Klang durch die geschlossene T\u00fcr entgegen singt, dass sie noch eine Weile brauchen wird. Meine Stimme bebt, als ich frage, warum sie in unserem Bad ist, was sie da macht. Unbek\u00fcmmert fl\u00f6tend und dennoch weiterhin dumpf, als w\u00e4re sie hinter einer dicken Wand oder unter Wasser, entgegnet sie mir nur, ich solle eine T\u00fcr weiter gehen. Das Licht flackert, mein Bauch h\u00e4mmert.<\/p>\n<p>Ich versp\u00fcre den starken Drang mich zu \u00fcbergeben, oder wenigstens eine Zigarette zu rauchen, obwohl ich das Rauchen schon vor Beginn der Schwangerschaft aufgegeben hatte. Stattdessen gehe ich zur\u00fcck ins Schlafzimmer, setze mich auf den Rand des Bettes und starre in den Kleiderschrank. Wenigstens dort habe ich heute Nacht keine Monster zu bef\u00fcrchten. Mir ist kalt und schwindlig, ich f\u00fchle mich schutzlos und kann mich damit an niemanden wenden, ohne das Gef\u00fchl zu haben, ausgelacht zu werden. Also rolle ich mich ungewaschen und komplett angezogen in die Decke ein und presse meine Augen fest zusammen, sodass ich auch das Licht nicht mehr wahrnehme, welches ich angelassen habe. Meine Tr\u00e4nen sickern unaufhaltsam in das Kissen.<\/p>\n<p>Als sich die Matratze bewegt und ich pl\u00f6tzlich eine Hand auf meinem Oberarm sp\u00fcre, schrecke ich auf, schlage reflexartig mit beiden Armen in die Luft und versuche mich zu orientieren. Ich muss eingeschlafen sein, habe erneut keinerlei Zeitempfinden und Hannes sieht mich fragend an. Der Blick auf den Wecker zeigt mir zwanzig nach sieben in der Fr\u00fch. Mit einem fl\u00fcchtigen Kuss auf die Stirn, wendet sich Hannes von mir ab und will aus dem Zimmer gehen. Ob er nicht geschlafen hat und wohin er nun will, m\u00f6chte ich noch immer benommen von ihm wissen. \u201eDu hast wohl gar nichts mitbekommen, so tief wie du geschlafen hast. Ich gehe nun arbeiten und w\u00fcnsche dir einen angenehmen Tag. Gegen sechs bin ich zur\u00fcck.\u201c, antwortet er k\u00fchl. Bevor ich etwas entgegnen kann, verl\u00e4sst er den Raum und kurz darauf, mit einem festen Schlag der T\u00fcr, auch die Wohnung. Ich bin verwirrt und nun auf mich allein gestellt. Am liebsten w\u00fcrde ich mich wieder unter der Decke verkriechen, bis er zur\u00fcck ist.<\/p>\n<p>Stattdessen gehe ich, mit frischer Kleidung im Gep\u00e4ck, wagemutig in Richtung Badezimmer, atme auf dem Weg dorthin mehrmals tief durch. Ich bin erleichtert, dass die T\u00fcr weit auf steht und ich niemand Unerwartetes vorfinde. Der lange Blick in den Spiegel \u00e4ndert nichts daran, dass ich mich kaum wieder erkenne. Fahl, angespannt und gealtert sehe ich aus. Dazu mit einer immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Kugel, die sich nach vorn schiebt und immer wieder mal einen Tritt abgibt. Ich stelle das Radio an und versuche unter der hei\u00dfen Dusche alles von mir zu waschen, alle Gedanken an die seltsamen Vorf\u00e4lle will ich loswerden. Eine halbe Ewigkeit lasse ich bewegungslos das warme Wasser an mir abperlen, gehe dabei gedanklich eine Liste der Dinge durch, die ich heute noch erledigen m\u00f6chte und mich insgesamt ablenken sollen.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich kommt einen Lidschlag lang kein einziger Tropfen mehr aus der Brause, als w\u00e4re die Wasserleitung gekappt worden. Als h\u00e4tte ich es mir nur eingebildet, prasselt es sofort wieder auf mich nieder. Ich versuche dies erneut auf meine Hormone zu schieben, da passiert es noch mal. Kein Tropfen Wasser f\u00fcr eine halbe Sekunde, danach wieder prasselnd, als w\u00e4re nichts gewesen. \u00dcber mir flackert das Licht kurz auf. Eine Weile lang stehe ich da und beobachte nur den Wasserstrahl. Ich erkl\u00e4re mir anhand Hannes\u2019 Aussage, es sei eben ein altes Gem\u00e4uer. Und in alten Geb\u00e4uden sind auch die Rohre oftmals nicht die Neuesten. Dazu kommt, dass ich schreckhaft bin. Das wird es sein. <\/p>\n<p>Ich drehe das Wasser aus und schnappe mir ein Handtuch. Als ich mit wackeligen Beinen aus der Dusche trete, stockt mir der Atem. Die Badezimmert\u00fcr steht offen, obwohl ich mir sicher bin, sie geschlossen zu haben. Ich drehe mich angespannt um, \u00fcberpr\u00fcfe mit einem fl\u00fcchtigen Blick den Raum, ob sich irgendwas ver\u00e4ndert hat. Das Radio ist pl\u00f6tzlich stumm, wie der Rest des Schlosses auch. Ich erschrecke schon beinahe vor dem Pochen meines eigenen Herzschlags und haue die T\u00fcr mit voller Wucht erneut zu. Nerv\u00f6s ziehe ich mir schnell die Kleidung \u00fcber. Das kann nicht sein! Als ich wenige Sekunden sp\u00e4ter aufblicke, steht die T\u00fcr wiederholt offen.<\/p>\n<p><strong>-Fortsetzung folgt-<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht die Angst aus einem, wenn man nicht ernst genommen wird? Hannes, der gerade noch besch\u00fctzend vor mir stand und vorsichtig den Kopf aus dem T\u00fcrrahmen streckte, geht nun einen Schritt zur Seite. Damit ich mich selbst davon \u00fcberzeugen kann, dass uns keine schlimmen Monster auflauern, wie er es bel\u00e4chelnd nennt. 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