{"id":5052,"date":"2012-01-29T06:19:16","date_gmt":"2012-01-29T04:19:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/?p=5052"},"modified":"2025-06-24T07:23:31","modified_gmt":"2025-06-24T05:23:31","slug":"bettgefluster","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2012\/01\/29\/bettgefluster\/","title":{"rendered":"Bettgefl\u00fcster"},"content":{"rendered":"<p>Wie Sandpapier, so rau und trocken f\u00fchlt sich sein Rachen an. Zum einen, weil er gerade noch st\u00f6hnend nach Luft japste; zum anderen, weil ihm Erinnerungen die Kehle zuschn\u00fcren.<\/p>\n<p>Gerade eben noch, erlaubte sie ihm, alles mit ihr anzustellen was immer er wolle. Und nun liegen sie nebeneinander; nackt, verschwitzt, ersch\u00f6pft und befriedigt. Sie l\u00f6scht die Kerzen und schmiegt sich an ihn, st\u00f6rt sich nicht an seiner klebrigen Haut, legt ihre gl\u00fchende Wange auf seine Brust und zeichnet mit dem Zeigefinger kleine Kreise um die harte Brustwarze. Sie liebt es, nach dem Sex in sch\u00fctzender Dunkelheit zu liegen, gemeinsam abzuk\u00fchlen und zu reden. Fragen zu stellen, die sie sich bei Tageslicht nicht auszusprechen traut.<br \/>\nVor f\u00fcnf Wochen trafen sie sich zum ersten Mal. Sie sind neugierig aufeinander; alles noch so aufregend, so neu und ungewohnt. Jedes Bruchst\u00fcck des K\u00f6rpers wird fasziniert erforscht, jedes Detail aus dem Leben des anderen interessiert und begierig eingeatmet.<\/p>\n<p>Er dr\u00fcckt sie fester an sich und streicht behutsam \u00fcber ihre G\u00e4nsehaut. Ob er schon mal etwas mit einem Mann hatte, m\u00f6chte sie in dieser Nacht wissen. Obwohl der Raum stockfinster ist, rei\u00dft er die Augen auf und stagniert in seiner Bewegung.<\/p>\n<p>Das erste Mal seit Jahren denkt er zur\u00fcck an diese eine Nacht. Als er in seinem Bett lag, neben ihm das aufgeschlagene Buch, \u00fcber dem er eingeschlafen war. Er wei\u00df nicht mehr, worum es darin ging, doch erinnert er sich sehr genau, wie ihm die Decke weggezogen wurde. Der Geruch von Schwei\u00df und Alkohol dringt bei\u00dfend in seine Nase, als w\u00e4re er wieder dort, in seinem Kinderzimmer. Der Mund wurde ihm zugehalten, noch ehe er realisieren konnte was los war, als ihm die Pyjamahose nach unten gezogen wurde. Zwei starke H\u00e4nde packten sein Becken und dr\u00fcckten sein Gesicht gewaltsam in das Kissen, w\u00e4hrend das stinkende Maul, ohne ein Wort zu sagen, direkt auf seinen Anus spuckte. Dann fing es an, lichterloh zu brennen. \u00c4u\u00dferlich wie auch tief in ihm drin, als w\u00e4re er mit Benzin \u00fcbergossen und die Flammen w\u00fcrden sich bis in seine Gedanken, in sein Gehirn fressen. So f\u00fchlte es sich an.<br \/>\nWie gel\u00e4hmt, war er weder Herr seiner Stimmb\u00e4nder, noch \u00fcber einen einzigen Muskel seines K\u00f6rpers, der in dieser Nacht nicht sein eigener war. Er geh\u00f6rte einzig seinem Peiniger, bis dieser aufst\u00f6hnte und mit dem Ger\u00e4usch des Rei\u00dfverschlusses und den gefl\u00fcsterten und doch eindringlichen Worten &#8222;Kein Wort! Zu niemandem!&#8220; im erdr\u00fcckenden Dunkel verschwand. Wie ein H\u00e4ufchen kalte Asche blieb er allein zur\u00fcck, sank in sich zusammen und hatte Sorge, beim kleinsten Windsto\u00df die Glut erneut zu entfachen; w\u00fcnschte sich einen starken Orkan, um sich darin in winzige Partikel aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Sie stupst ihn an, ob er eingeschlafen sei, wiederholt ihre Frage und gibt sich aus M\u00fcdigkeit mit seinem kargen &#8218;Nein&#8216; zufrieden. Er dreht sich zur Seite und rollt sich unter stillen Tr\u00e4nen so zusammen, wie er es damals tat, als sein gro\u00dfer Bruder den Raum verlie\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Sandpapier, so rau und trocken f\u00fchlt sich sein Rachen an. 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