{"id":5118,"date":"2012-03-23T20:44:32","date_gmt":"2012-03-23T18:44:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/?p=5118"},"modified":"2012-03-23T20:44:32","modified_gmt":"2012-03-23T18:44:32","slug":"community-beauty-online","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/2012\/03\/23\/community-beauty-online\/","title":{"rendered":"Community Beauty-Online"},"content":{"rendered":"<p>Internetbekanntschaften, wie nett&#8230;<br \/>\nIhre Zahnl\u00fccke war nicht das Problem, eher ihr Doppelkinn, das machte auch irgendwie Sinn, bei dem dicken Hals, den sie schob, als er entdeckte, dass seine Internetliebe nicht unbedingt seine Traumfrau war. Sie wartete mit ihrer prallen Sch\u00f6nheit eine Stunde lang im Caf\u00e9 Skurril auf ihren Adonis aus der Community Beauty-Online.<br \/>\nWie stellte man sich einen sch\u00f6nen Menschen vor? Da gingen wohl die Meinungen v\u00f6llig auseinander, wie auch Mollys Knie, da ihre volumin\u00f6sen Oberschenkel unter dem kleinen Tisch Bewegungsfreiheit suchten.<br \/>\nH\u00e4tte sie gewusst, dass ihr Traummann mit dem entz\u00fcckenden Username Zuckerschnecke sie so lange warten lie\u00df, h\u00e4tte sie sich einen anderen Platz ausgesucht.<br \/>\nIhr R\u00fccken schmerzte bereits nach 10 Minuten, da ihre Sitzposition sich total ung\u00fcnstig auswirkte. Ihr Hintern suchte eine stabile Position, die durch den Bistrostuhl nicht unbedingt gew\u00e4hrleistet wurde. Wer denkt beim Erwerb eines Caf\u00e9s schon an bequeme St\u00fchle f\u00fcr Frauen, wie mich, schoss es Molly durch ihren Kopf.<br \/>\nEs war jedes Mal aufs Neue ein interessantes Thema in ihrer Selbstfindungsgruppe Korpulent, wenn man \u00fcber diverse Einrichtungsgegenst\u00e4nde debattierte.<br \/>\nMolly nannte sich in der Community Rumkugel und hatte nun inzwischen einen Cappuccino, einen Latte Macchiato und zwei Gl\u00e4ser Mineralwasser getrunken, bevor sie sich einen Eiskaffee bestellte. Unterzuckerung drohte inzwischen. Die s\u00fc\u00dfe Rumkugel musste mal f\u00fcr kleine Frauen, hatte aber panische Angst zur Toilette zu gehen. Sie war es gewohnt, dass sich Menschen nach ihr umdrehten. Ein h\u00fcbsches Gesicht zierte ihren viel zu gro\u00dfen K\u00f6rper, den sie selbst als gewaltig bezeichnete. Ihr Busen wog 8 Kilo und ihre BHs kosteten ein kleines Verm\u00f6gen. Die Zuckerschnecke lie\u00df auf sich warten, aber nicht ihre Blase, die sich meldete. Sie konnte ja nicht ahnen, dass er sie schon die ganze Zeit heimlich beobachtete. Es hatte keinen Zweck mehr, l\u00e4nger zu warten. Als Molly den Eiskaffee ausgel\u00f6ffelt hatte, musste sie dringend zu den sanit\u00e4ren Einrichtungen. Der Weg bis zum Ende des Caf\u00e9s wirkte wie ein kleiner Hindernisparkur. Entweder war ein Kinderwagen, ein besetzter Stuhl oder die schlichtweg die Bedienung im Weg.<br \/>\nMolly hatte bereits nach drei Minuten Schwei\u00dfperlen auf der Stirn. Ihre Haut gl\u00e4nzte wie frisch hergestellter Butterkaramell, bevor er abgek\u00fchlt wird. Die Rumkugel erwartete das gro\u00dfe Grauen, denn der Schwei\u00df lief in Str\u00f6men. Hinter der T\u00fcr erwartete sie zun\u00e4chst ein kleiner Flur und sie entdeckte sofort die Damentoilette. Bl\u00f6d war nur die Tatsache, dass sie binnen weniger Minuten in der Toilettent\u00fcr klemmte. Nun zeichneten sich unter ihrer Bluse gro\u00dfe Schwei\u00dfringe ab. Ruhe bewahren, tief durchschnaufen &#8211; so lautete nun die Devise, um sich letztendlich erleichtern zu k\u00f6nnen. Sie zerrte, r\u00fcttelte und sch\u00fcttelte sich und mit einem festen Ruck befreite sie sich aus der ungl\u00fccklichen Position, dies wirkte sich allerdings ung\u00fcnstig auf das Interieur der sanit\u00e4ren Anlagen aus. Denn bei dem Befreiungsversuch st\u00fcrzte Molly mit voller Wucht auf die Toilettensch\u00fcssel, die mit ge\u00f6ffneter Toilettenbrille aufwartete. \u201eSchwei\u00dfe!&#8220;, schrie sie entsetzt auf, denn w\u00e4hrend dieser massiven Aussage steckte sie bereits mit der H\u00e4lfte ihres Ges\u00e4\u00dfes fest.<br \/>\nUnsch\u00f6ne Blessuren hatte sie davon getragen. Sie bet\u00e4tigte beim Sturz den Abdr\u00fcckknopf der Toilettensp\u00fclung, so dass sie kostenlos eine kleine Erfrischung erlebte. Die Halterung f\u00fcr das Toilettenpapier streifte ihren Oberarm, der nun eine tiefe Schramme aufwies. Der Hygienebeh\u00e4lter mit den Papiert\u00fctchen hatte sie auch aus der Verankerung gel\u00f6st, so dass die T\u00fcten wild zerstreut zu Boden segelten, als h\u00e4tten sie ihre ersten Flugversuche hinter sich. Der viel zu enge Rock zerriss bei dieser Aktion ebenso, wie ein Tr\u00e4ger des BHs.<br \/>\nMollys bildh\u00fcbsches Gesicht lag auf dem Doppelkinn, als w\u00fcrde es nie wieder l\u00e4cheln wollen. Und zu allem Elend klingelte ihr Handy. Es war die Zuckerschnecke, die nun das Date absagen wollte, weil ihr Adonis \u00fcber Funk angepiepst wurde. Molly konnte ihm erst antworten, als sie nach einer Stunde von der Feuerwehr befreit wurde. Nur gut, dass er als Fahrer im Einsatzwagen sa\u00df&#8230;<br \/>\n\u00a9 Corina Wagner, Juli 2011<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internetbekanntschaften, wie nett&#8230; Ihre Zahnl\u00fccke war nicht das Problem, eher ihr Doppelkinn, das machte auch irgendwie Sinn, bei dem dicken Hals, den sie schob, als er entdeckte, dass seine Internetliebe nicht unbedingt seine Traumfrau war. Sie wartete mit ihrer prallen Sch\u00f6nheit eine Stunde lang im Caf\u00e9 Skurril auf ihren Adonis aus der Community Beauty-Online. Wie&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[84],"tags":[1991,1998,1997,1992,1096,1993],"class_list":["post-5118","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zeitgeschehen","tag-colyrik","tag-community","tag-internet","tag-kurzgeschichte","tag-liebe","tag-satire"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5118","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5118"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5118\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5118"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5118"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.morbidvision.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5118"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}