Corina Wagner

Staub zu Staub…

Wahre Messie-Liebe

Mein Staub
trifft
Deinen Staub
und mit Verlaub
gehört
mein Mist
zu Deinem Mist
wie Deine Asche zu meiner Asche.
Alles kein Problem, wenn man sich liebt.

Dein Abfall
kommt
zu meinem Abfall
und auf jeden Fall
gehört
mein Dreck zu Deinem Dreck…
Jetzt, ab heute
gibt es den Faktencheck.

Sack ist nicht gleich Sack
und nicht jede Tonne eine Wonne.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Dein Unrat
muss zu meinem Unrat
wie ein gutgemeinter Rat.
Wir lieben uns
wahrlich in der Tat.

Dein Müll
muss
zu meinem Müll,
so lautet die Devise
in unserer Liebesbeziehung.
Dein Schmutz und mein Schmutz
passen zusammen
wie ein alter Besen und eine kaputte Schaufel.

©Corina Wagner, April 2012

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Corina Wagner

Die Singsang-Methode

Die Singsang-Methode

Neues Eierabschreckungsverfahren passend zur Osterzeit entdeckt. Jedes Jahr aufs Neue werden in der Osterzeit mehr Eier verzehrt. Bunt gefärbte Eier locken inzwischen in jedem Discounter oder Supermarkt. Wer einige Cents sparen will, kocht die Eier noch selbst ab. Dann entweder klassisch wie früher in einem Topf, der zuvor mit Wasser gefüllt wurde. Die Garzeit kann rein individuell erfolgen, rein nach Gefühl. Dafür gibt es für das perfekte wachsweiche Frühstücksei absolute Gefühlsexperten, die sich hervorragend mit Weicheiern auskennen.

Per digitale Eieruhr gelingen heutzutage die Ostereier bis zum gewünschten Härtegrad.  Wer sein Gefühl nicht so unter Kontrolle hat, quasi auf den Punkt genau, sollte diese Investition tätigen, um die perfekte Eidotterpräsentation zu optimieren. Moderne stylische Eierkocher sind in Haushalten nicht mehr wegzudenken. Nicht jeder Eierkocher im Edelstahldesign bietet Ei für Ei den optimalen Garpunkt an. Für Eierfreaks ein echtes Dilemma am Frühstückstisch, wenn das Ei nach dem Kochen nicht die Konsistenz aufweist, die eigentlich die Gaumenfreuden kitzeln sollten. Wer experimentierfreudig ist, kann seine Eier auch in der Mikrowelle garen. Warnhinweise diesbezüglich sollte man beachten.

Ei  ist nicht gleich Ei, vergleichbar mit den Köpfen in der Politik. Heute möchte ich alle Eierfreaks darauf aufmerksam machen, wie man sich das Eierabschrecken erleichtern kann, wenn man sehr viele Eier färben möchte. Sie benötigen dafür einen Laptop oder einen PC und dazu Lautsprecherboxen, deren Regler Sie zuvor bis zum Anschlag aufdrehen sollten. Sobald die Eieruhr oder der Signalton des Eierkochers klingelt, haben Sie die Möglichkeit zwischen beiden Links zu wählen:

Ich garantiere Ihnen, dass Ihre Eier perfekt abschreckt werden. Viel Freude beim Ausprobieren des neuen Abschreckungsverfahrens nach der Singsang-Methode.

Ihre
Eierexpertin

Dr. Omelette Eierstich von und zu Eierlikör

 

©Corina Wagner, April 2012

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Corina Wagner

Kein Aprilscherz

Das Jahr der Besteller

Seit gestern kursieren Meldungen in den Medien, die sich eigentlich wie ein Aprilscherz lesen. Spontan fielen mir die Worte „April, April!“ ein. Doch wie normalerweise üblich, wurde nichts dementiert.

Alt-Bundespräsident Christian Wulff würde angeblich eine Biographie verfassen, die sein politisches Leben beschreibt. Ob das neu kreierte Wort „wulffen“ mit integriert wird, bleibt bis zum Erscheinen des Werks wahrscheinlich ein Geheimnis. Laut Informationen der Presse sollen für die Biografie siebenstellige Honorar-Angebote vorliegen. Da kann man sich dann auch einen guten Ghostwriter leisten, der täglich wie ein Gespenst im Büro des Alt-Bundespräsidenten sein Unwesen treibt und mit alten eingestaubten Akten raschelt.

Wird es detaillierte Angaben zu der Affäre um Hauskredite und Urlaube geben oder nur nette Umschreibungen, so ein stilvolles Schönschreiben von Tatsachen, die letztendlich zum vorzeitigen Rücktritt bewegten? Quasi, so ein toll formulierter Satz – in dem alles steht und auf die letzte Seite des Buchs prägnant platziert wird?

Wer das Buch liest, sollte auch dafür offen sein, an moderne Märchen glauben zu dürfen, könnten nun böse Zungen behaupten. Einzelne aus dem „gemeinen Volk“ sind für solche Meinungen prädestiniert.

„558 Tage“, so könnte (rein theoretisch betrachtet) nun der Titel eines Manuskripts lauten, das alle im Land bewegen könnte. Wer z. B. alte Ganghofer Werke liebt und bei alten Sissi-Filmen mit Romy Schneider Taschentücher benötigt, könnten schwach werden, wenn die ehemalige First Lady, Bettina Wulff, ihre Erinnerungen als Präsidentengattin in gedruckter Form im Herbst auf den Buchmarkt bringt. Sie ist nun die erste First Lady, die über ihre Zeit im Schloss Bellevue schildern wird. Die Leser/innen erwarten nun vermutlich schonungslose Aufzeichnungen, die veröffentlicht werden…

Werden die Bücher von Bettina und Christian Wulff Besteller? Vermutlich, da sie bestimmt „massentauglich“ konzipiert werden…

©Corina Wagner, April 2012

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Corina Wagner

Härtefall

Härtefall

Jedes Jahr aufs Neue ist es ein Versuch wert – seine Umwelt mit Ungeheuerlichkeiten  zu konfrontieren. Entweder hängt urplötzlich ein schwarzes Ekelteil über Rudis Gäste-Klo, weil es tierisch schön ist, wenn sich in der Früh eine lebensechte Plastik-Kreuzspinne von der Decke abseilt oder der Liebhaber von einer Übernachtung im Leichenwagen vorschwärmt und zum nächsten Date auf einen alten Friedhof einlädt. Uroma Henriette steckt angeblich leicht benommen mit dem Rollator in der Krypta fest und Ehemann Gutfried  betet mit dem Handy um Gottes Hilfe, wählt dabei unabsichtlich die Nummer seiner Holden an, die gerade im Bett seines besten Freunds liegt und über eine unerwartete Schwangerschaft philosophiert. Freund Paul steht auf dem Standstreifen der Autobahn in Richtung Osten, weil er mit Väterchen Frost die Welt retten wollte und nun auf dem Abschleppdienst Beulenwunder  wartet. Ursula, Rudis Zwillingsschwester, erfährt vermutlich gerade von ihrer besten Freundin Edeltraud, dass sie seit zwei Jahren im Untergrund für  bekennende Tunnelblickträger arbeitet und heute Abend die begehrte Medaille der Tiefstaplerin erhält. Knut, der Neffe von Wilma schickte doch tatsächlich ein Kondolenzbuch an seine Schwester Trude – mit der Bitte, dass sich alle Schweine der Familie dort eintragen sollen, wenn er heute Nachmittag höchstwahrscheinlich an der klassischen Puddelvergiftung stirbt. Renate, immer noch Knuts Ehefrau, öffnete vor ca. zwei Stunden ein Telegramm von ihrem Patenonkel Bert aus Buxtehude. Er hätte heute Vormittag eine Million Euro von einer älteren Dame geerbt, die er bei Lebzeiten beglückte. Nun habe er ganz spontan beschlossen, dass das gesamte Vermögen einer Rattenaufzucht-Station zu Gute kommt. Frau Holle hatte laut Radiodurchsage zwischen Mars und Jupiter einen Arbeitsunfall und alle Märchenerzähler/innen  sollen bitte bis Morgen alle Fenster und Türen geschlossen halten, auch die passende Klappe. Was für ein Härtefall?

©Corina Wagner, 1. April 2012

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murakami411

Den Winter austreiben

Hannos legt ihre grauslig kalten Hände auf Papos Arm. Papos: “Du bist so kalt, da zieht sich sogar das Wetter eine Jacke an, wenn du nach draußen gehst!”

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murakami411

Impossible Mission

Tagesschau. Extremwetterkongress in Hamburg. Metereologe Martin Claußen vom Max-Planck-Institut verlangt das Unmögliche: “Mein Vorschlag wäre also, das Unvorstellbare zu denken!”

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murakami411

Drop your pants

Bonn. Basketball. Ulm spielt gegen Bamberg. Der Radiosprecher, ganz erregt: “… und er zeigt seinem Kontrahenten, wo der Hammer wächst!”

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Corina Wagner

Community Beauty-Online

Internetbekanntschaften, wie nett…
Ihre Zahnlücke war nicht das Problem, eher ihr Doppelkinn, das machte auch irgendwie Sinn, bei dem dicken Hals, den sie schob, als er entdeckte, dass seine Internetliebe nicht unbedingt seine Traumfrau war. Sie wartete mit ihrer prallen Schönheit eine Stunde lang im Café Skurril auf ihren Adonis aus der Community Beauty-Online.
Wie stellte man sich einen schönen Menschen vor? Da gingen wohl die Meinungen völlig auseinander, wie auch Mollys Knie, da ihre voluminösen Oberschenkel unter dem kleinen Tisch Bewegungsfreiheit suchten.
Hätte sie gewusst, dass ihr Traummann mit dem entzückenden Username Zuckerschnecke sie so lange warten ließ, hätte sie sich einen anderen Platz ausgesucht.
Ihr Rücken schmerzte bereits nach 10 Minuten, da ihre Sitzposition sich total ungünstig auswirkte. Ihr Hintern suchte eine stabile Position, die durch den Bistrostuhl nicht unbedingt gewährleistet wurde. Wer denkt beim Erwerb eines Cafés schon an bequeme Stühle für Frauen, wie mich, schoss es Molly durch ihren Kopf.
Es war jedes Mal aufs Neue ein interessantes Thema in ihrer Selbstfindungsgruppe Korpulent, wenn man über diverse Einrichtungsgegenstände debattierte.
Molly nannte sich in der Community Rumkugel und hatte nun inzwischen einen Cappuccino, einen Latte Macchiato und zwei Gläser Mineralwasser getrunken, bevor sie sich einen Eiskaffee bestellte. Unterzuckerung drohte inzwischen. Die süße Rumkugel musste mal für kleine Frauen, hatte aber panische Angst zur Toilette zu gehen. Sie war es gewohnt, dass sich Menschen nach ihr umdrehten. Ein hübsches Gesicht zierte ihren viel zu großen Körper, den sie selbst als gewaltig bezeichnete. Ihr Busen wog 8 Kilo und ihre BHs kosteten ein kleines Vermögen. Die Zuckerschnecke ließ auf sich warten, aber nicht ihre Blase, die sich meldete. Sie konnte ja nicht ahnen, dass er sie schon die ganze Zeit heimlich beobachtete. Es hatte keinen Zweck mehr, länger zu warten. Als Molly den Eiskaffee ausgelöffelt hatte, musste sie dringend zu den sanitären Einrichtungen. Der Weg bis zum Ende des Cafés wirkte wie ein kleiner Hindernisparkur. Entweder war ein Kinderwagen, ein besetzter Stuhl oder die schlichtweg die Bedienung im Weg.
Molly hatte bereits nach drei Minuten Schweißperlen auf der Stirn. Ihre Haut glänzte wie frisch hergestellter Butterkaramell, bevor er abgekühlt wird. Die Rumkugel erwartete das große Grauen, denn der Schweiß lief in Strömen. Hinter der Tür erwartete sie zunächst ein kleiner Flur und sie entdeckte sofort die Damentoilette. Blöd war nur die Tatsache, dass sie binnen weniger Minuten in der Toilettentür klemmte. Nun zeichneten sich unter ihrer Bluse große Schweißringe ab. Ruhe bewahren, tief durchschnaufen – so lautete nun die Devise, um sich letztendlich erleichtern zu können. Sie zerrte, rüttelte und schüttelte sich und mit einem festen Ruck befreite sie sich aus der unglücklichen Position, dies wirkte sich allerdings ungünstig auf das Interieur der sanitären Anlagen aus. Denn bei dem Befreiungsversuch stürzte Molly mit voller Wucht auf die Toilettenschüssel, die mit geöffneter Toilettenbrille aufwartete. „Schweiße!”, schrie sie entsetzt auf, denn während dieser massiven Aussage steckte sie bereits mit der Hälfte ihres Gesäßes fest.
Unschöne Blessuren hatte sie davon getragen. Sie betätigte beim Sturz den Abdrückknopf der Toilettenspülung, so dass sie kostenlos eine kleine Erfrischung erlebte. Die Halterung für das Toilettenpapier streifte ihren Oberarm, der nun eine tiefe Schramme aufwies. Der Hygienebehälter mit den Papiertütchen hatte sie auch aus der Verankerung gelöst, so dass die Tüten wild zerstreut zu Boden segelten, als hätten sie ihre ersten Flugversuche hinter sich. Der viel zu enge Rock zerriss bei dieser Aktion ebenso, wie ein Träger des BHs.
Mollys bildhübsches Gesicht lag auf dem Doppelkinn, als würde es nie wieder lächeln wollen. Und zu allem Elend klingelte ihr Handy. Es war die Zuckerschnecke, die nun das Date absagen wollte, weil ihr Adonis über Funk angepiepst wurde. Molly konnte ihm erst antworten, als sie nach einer Stunde von der Feuerwehr befreit wurde. Nur gut, dass er als Fahrer im Einsatzwagen saß…
© Corina Wagner, Juli 2011

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murakami411

Bezzer mal die Frezze gehalten

Dirty Haris stellt Glatzwiesel eine Bezzerwizzer-Literaturfrage: “Welche österreichische Schriftstellerin und Pazifistin war 1905 die erste Frau, die den Friedensnobelpreis erhielt?”

Glatzwiesel fragt besonders klugscheissend: “Hat die vielleicht den Friedensnobelpreis in Literatur bekommen?”

 

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Corina Wagner

Es ist Frühling…

Heute gesehen!

Klischeehafte Sichtweise bei einem Frühlingssparziergang. Blondine sitzt auf einer Parkbank, kratzt sich mit einer ihrer „Pornoschaufeln“ verlegen am Kopf, als sie eine Intelligenzbestie in Stolperhose beobachtet. Sie inhaliert dabei die Frühlingsluft und fängt an zu flirten:

Du
Da
Du
Hallo
Ja
Du
Da
Du
Da
Du
Hallöle
Ja
Du
Da
Aber Hallo!
Hi
Du
Da
Du
Ja
Du
Da
Echt geil
Dein Bauarbeiterdekolleté…

 

© Corina Wagner, März 2012
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