Da sind Sie ja. Wir haben uns schon gefragt, wann Sie kommen. Steigen Sie ein. Na kommen Sie. Haben wir uns einen kleinen Spaziergang gegönnt, ja?
Ich hab mich nur etwas umgesehen.
Haben Sie Gottes letztes Geschenk genossen?
Was?
Gottes Geschenk: Die Gewalt! Als ich in meinem Haus nach unten kam und diesen Baum in meinem Wohnzimmer liegen sah, da schienen seine Äste nach mir zu greifen, wie eine göttliche Hand. Gott liebt Gewalt!
So hab ich´s noch nie gesehen.
Doch das haben Sie. Warum gibt es sonst soviel Gewalt? Sie ist in uns. So sind wir. Wir führen Krieg, verbrennen Opfergaben, plündern und brandschatzen und zerreissen unsere Brüder. Und warum? Weil Gott uns die Gewalt gegeben hat, um es ihm gleich zu tun.
Hat er uns nicht das Gesetz der Moral gegeben?
Es gibt kein klareres Gesetz als diesen Sturm. Es gibt überhaupt kein Gesetz, nur die Frage: Habe ich mehr Gewalt oder Sie?
Ich bin nicht gewalttätig.
Doch das sind Sie. Sie sind so gewalttätig wie Sie können. Ich weiss das, ich bin auch so gewalttätig wie ich kann. Wenn die Regeln der Gesellschaft abgelegt würden und nur ich stünde zwischen Ihnen und der nächsten Mahlzeit, würden Sie mir den Schädel mit einem Stein zertrümmern und mich verspeisen. Oder nicht? Cawley hält Sie für harmlos und kontrollierbar, aber ich weiss es besser.
Sie kennen mich gar nicht.
Doch ich kenne Sie.
Nein, Sie kennen mich kein bisschen.
Oh und ob ich Sie kenne. Wir kennen uns schon eine Ewigkeit. Wenn ich meine Zähne jetzt in Ihre Augen schlagen würde, könnten Sie mich aufhalten bevor Sie erblinden?
Probieren Sie´s aus.
So lob´ ich mir das!
“”Shutter Island”, 2010, USA.
VN:R_U [1.9.16_1159]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
VN:F [1.9.16_1159]
Rating: +2 (from 2 votes)