murakami411

10 Impulse /// Verkehrsteilnehmer

Wer mit seinem  fahrbaren Untersatz regelmäßig unterwegs ist, kennt sie ganz bestimmt:

01 Grauhaarige Opas mit braunen Hüten in dunkelgrünen Mercedeskutschen, die mit zusammengekniffenen Augen über dem Steuerrad ihres Schiffes hängen wie der einäugige Käpt´n Blackbeard bei Seegang und die selbst beim achten Versuch einzuparken alles treffen nur die Parklücke nicht, weil die gehäkelte Klopapierrolle den Blick nach hinten verwehrt.

02 Die tuckernden Tempomat-Tanten, die bei 100 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung mit 80 Sachen daherschleichen und bei der kommenden 70 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung konstant weiter 80 Sachen fahren, weil sie in ihrem extrem wichtigen Geseier, wie lange der Apfelkuchen im Backofen bleiben muss, die ganze Welt des Straßenverkehrs ausblenden.

03 Mister Mad Moped im neongeflammten Fightwear, der mit seiner Monster-Hayabusa 600 PS Maschine wie ein Geisteskranker die gesamte Fahrzeugkolonne überholt, obwohl eigentlich alle nur abbremsen, weil die Bahnschranke grad runter gegangen ist.

04 Inzestgezeichnete Bauernfichten mitsamt garstig glotzender Kinderschar auf dem dreckverklumpten Einzelhartschalensitz, die mit ihrem Dritten-Reich-Dr.-Mengele-Trekker rechts dauerblinken, um dann abrupt links in den nächsten kaum zu erkennenden Feldweg abbiegen, wenn man sich gerade entschieden hat, dieses Geblinke als Hinweis zum Überholen wahrzunehmen und mit Vollgas auf die linke Spur wechselt.

05 Die Goldkettchenzuhältergolems, die mit bumbumbum-billig-Arschloch-Techno-Shit-Musik (DANKE DENKSCHMERZ!) an der Ampel das Gaspedal quälen, um die kriegskunstbemalte Chantal-Fruchtschnitte auf dem Beifahrersitz des cosmoschwarzen Golf GTI Cabrio zu beeindrucken, dabei interessiert sich die tumbe Tusnelda genauso brennend dafür wie fürs Bücherlesen.

06 Die feschen Sportfahrradstrunzbuben, die auf ihren verkehrsuntauglichen 4000 Euro Hochleistungsrädern zu dritt nebeneinander die Spur blockieren, obwohl zwei Meter weiter rechts ein Fahrradweg vereinsamt und die dann an der nächsten roten Ampel schnell mal auf den Bürgersteig wechseln, um das lästige Haltesignal zu umfahren.

07 Schmerbäuchige Trucker auf der Autobahn, die sich während der Fahrt an einem ranzigen Hannelore-Pornoheft gütlich tun und dabei ihren Tanklaster mit 20.000 Liter hochexplosiven Kerosin die Farbahnmarkierungen übertreten lassen, sodass sich die linke Fahrspurbreite dramatisch schnell reduziert und jedem linksseits des Gefahrguttransporters einen Adrenalinschock fürs Leben bescheren, der einem gut 10 Jahre des Lebens kostet.

08 Weisse Lieferwagen, die so dicht auffahren, dass man mit dem Fahrer glatt geflüsterte Beichtgeheimnisse austauschen könnte, würde man bei dem ungeduldigen Gehupe des Fahrers auch nur ein polnisches Wort verstehen, bevor sie dann einen scharf schneiden, um genau ein einziges Mal auf der Autobahn die linke Spur zu verlassen, nämlich dann, wenn die gewünschte Ausfahrt kommt und das genau drei Meter vor Ende der Ausfahrt.

09 Busfahrer in Städten, die scheinbar das Recht gepachtet haben, das öffentliche Verkehrsmittel zu fahren wie sie es damals beim Panzerführerschein bei der Bundeswehr gelernt haben; die dir nasebohrend einen verächtlichen Blick aus ihrem fahrbaren Streitross zuwerfen und gleichzeitig gelangweilt Nachrichten per SMS an ihre fetthaarige Alte schreiben, die zuhause die Stullen für den nächsten Tag schmiert.

10 Die ultravorsichtigen Hektiker, die ihre Scheibenwischer im Sechzehnteltakt agieren lassen, obwohl es nur tröpfelt, die das “Unwetter” kurz darauf zum Anlass nehmen ihre 200 Watt Nebelschlussleuchte einschalten, um dir sämtliche Rotanteile für die nächsten drei Tage aus deinem Augenlicht zu brennen und bei der nächsten Ampel das Grün verpassen, weil sie aus Panik den Renault kangoo abgewürgt haben ohne es zu merken.

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murakami411

10 Impulse x 2 /// Warteschlangen

Was widert mich an? Das unerträgliche Pack an Warteschlangen. Und vor allem:

01 Die grobmotorischen Mettwürste, die in ihrer Drängelwut den gepanzerten Einkaufswagen mit 180 Sachen in meine Achillesfersen plazieren und mich feindselig anglotzen, als wäre es meine Schuld, dass sie nicht vorwärts kommen.

02 Die ekelhaften Penetratoren, die in ihrer hemmungslosen Ungeduld zwischen meinen Beinen rumfummeln, um an die unter dem Förderband plazierten Plastiktüten zu kommen, um sich letztendlich dann doch dagegen zu entscheiden und diese wieder zurückstopfen.

03 Die einsamen Seelen mit nassem Blick, die mich immer wieder wie zufällig berühren, auch wenn ich einen halben Meter abgerückt bin.

04 Die beuteltragenden Hackfichten, die den ganzen Laden abgerannt sind und nichts gefunden haben, um sich dann mit Gewalt an der gesamten Schlange vorbeizudrängen und mit ihrem Eastpak-Supersize-Rucksack Kindernasen blutig schlagen und bei Schwangeren Sturzgeburten verursachen.

05 Die indiskreten Geheimzahlenspanner, die mir beim Geldabheben am Bankautomaten so dicht aufrücken, dass ich ihre faulig-monetäre Geilheit riechen kann.

06 Die Intelligenzbestien, die erst am Schalter die Überweisung oder den Paketschein ausfüllen und dann unterbrechen, weil ihnen die Bank- oder Adressdaten nicht mehr einfallen.

07 Die gleichen Intelligenzbestien, die am Geldautomat stehen und auf ihrem Handy in Zeitlupe nach dem PIN suchen.

08 Die ignoranten Mütter, die ihre nach Süßigkeiten brüllenden Rotzaffen einfach nicht zur Räson bringen, weil sie als Kinder selbst Arschlöcher waren und es leider geblieben sind.

09 Die ignoranten Rotzaffen, die trotz fehlgeschlagener Erpressungsversuchen die Süßigkeitenauslage an der Kasse plündern, um letztendlich die Waren zerdrückt zurück zu legen.

10 Die dementen Geldbeutelsucher, die zufälligerweise eine Anglerweste mit 37 Einzeltaschen tragen und nach 15 Minuten erfolgloser Suche und dämlichen Grinsen feststellen, dass der Geldbeutel noch im Auto liegt.

11  Die fast erblindeten Senioren, die ohne Sehhilfe den Geldbeutel zuerst nach einzelnen Centstücken absuchen, um dann den ganzen Inhalt auszukippen, wobei die Hälfte auf der Erde landet, unter die sie schon längst selbst gehören.

12 Die labernden Quatschtanten, die so in ihrem inhaltslosen Meinungsaustausch stecken, dass sie den Buy-and-Pay-Flow aufhalten und dann noch beleidigt sind, wenn man sie darauf hinweist, dass sie sich den Scheiss für den anstehenden Friseurbesuch aufsparen und ihre fetten Ärsche vorwärts bewegen sollen.

13 Die vom Leben gestraften Autisten, die mit ihrem leeren Blick dastehen wie zweibeinige Nahtoderfahrungen und erst nach dem dritten Ansschreien zusammenzucken und weiter trotten.

14 Die Wichtigtuer, die gerade eine 5000 Euro Popcornmaschine gekauft haben und großspurig mit der Kassiererin quaken, damit auch jeder hört und sieht, was für geile Konsumhengste sie sind.

15 Die gleichen Wichtigtuer, die statt vorher den Fachberater nun die Kassiererin befragen, ob die Fernbedienung für den Popcornautomaten nun noch Batterien braucht und ob eine Kindersicherung im Gerät ist.

16 Die speicheltriefenden Vollspasten, die trotz metergroßer Hinweisschilder mal wieder die Bananen nicht abgewogen haben.

17 Die vergesslichen Familienväter, die das Förderband bestückt haben und dann alles stehen und liegen lassen, um am anderen Ende des Supermarkts noch ein extrem wichtiges Alete-Gläschen zu besorgen oder nach den verlorengegangen Rotzaffen zu suchen.

18 Die aufdringlichen Psychos, die sich in fremde Gespräche einmischen, weil sie Frau und Kinder schon vor drei Wochen erschlagen, zersägt und tiefgefroren haben und sich nun mal wieder nach einem Gespräch mit einer lebenden Person sehnen.

19 Die superfreundlichen Pfadfinder, die einen vorlassen wollen und dann superunfreundlich werden, wenn man sagt, dass man Zeit hat und dankend abwinkt.

20 Die kinderlosen Tierliebhaber, die ihren Köter trotz Verbotsschilds mit in die Metzgerei nehmen, um dann unbekümmert die vierbeinige Flohfabrik an fremden Geschlechtsteilen schnüffeln oder sich im schlimmsten Fall an fremden Waden verbeissen lassen.

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murakami411

10 Impulse /// Tränen

Was widert mich an? Die Krokodilstränen der Lügner, Heuchler und Pharisäer, die ein humanes und friedliches Miteinander mit stetem Tropfen aushöhlen.

01 Tränen, die der Neid beim Glück eines anderen auspresst.

02 Tränen der Egoisten, die beim Unglück eines anderen aus Freude weinen, statt sich an ihrem eigenen Wohlergehen zu erfreuen.

03 Tränen der aus Schwäche reuigen Bankvorstände, die Kredite des Staates als Heilmittel der Wirtschaftskrise preisen und das Geld als Waffe einsetzen, sobald sie wieder die Hebel der Finanzwelt bewegen können.

04 Tränen der heuchelnden Rechtsverdreher, die über schlechte Zeiten weinen und das friedliche Miteinander der Menschheit mit allen Mitteln der Winkeladvokaten in Frage stellen, um ihre eigene Existenz zu sichern.

05 Tränen der Mächtigen dieser Welt, die über das Unglück ihres Volkes weinen, während sie Befehle erteilen und Gesetze erlassen, die das menschliche Unglück auf Jahrhunderte befördern und zementieren.

06 Tränen der Scheinheiligen über das Leid der Welt, die das Böse nur unterlassen, weil es Gefahr mit sich führt und das Gute weil es Mut erfordert.

07 Tränen der falschen Verwandten am Grab, die den Sterbenden auf dem Totenbett drängten, ihnen seine gesamte Erblast zu vermachen.

08 Tränen begünstigter Abteilungsleiter, die in Ungnade gefallen sind und nun weinen, dass sie unter dem Schutz ihres Arbeitsgebers nicht mehr bevormunden und unterdrücken können.

09 Tränen amerikanischer Jungfrauen, die den Verlust ihrer Keuschheit beweinen, und sich mit noch nassen Augen dem lokalen Footballteam prostituieren.

10 Tränen der Prediger, die dem Tod eines Schäfchens gelten, dass dank ihrer religöser Indoktrination zum Fanatiker wurde und 100 Unschuldige getötet hat, für die diese Prediger nicht eine Träne finden.

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admin

10 Impulse – What the hell?

impulse

Heute möchte ich eine neue Kategorie einführen: 10 Impulse. Hier sollen einem Thema zugeordnet, jeweils 10 Anlässe für tiefgehende Emotionen gesammelt werden. 10 Ursachen, 10 Gründe, 10 Schlüsselreize, 10 Auslöser, die den Autor in Wut, Aggression, Frust oder Antipathie stürzen. Oder das Gegenteil. 10 Anregungen, die das Herz erfreuen, philantropische Zukunftsvisionen, positives Gedankengut oder Fortschritte die Wohlstand und Frieden erzeugen.

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