murakami411

Ode an die Küchenschabe

Alte Schabe, Küchenschwabe
wohnst nicht in ner Bienenwabe
sammelst keine Schönheitspreise
nährst dich auch von Hundescheisse

Alter Schwabe, Küchenschabe
wie ich mich an Kaviar labe
ist dir wirklich einerlei
du frisst jede Schweinerei

Alter Schwede, Küchenfehde
nicht mehr lang, bis ich dich töte
Slalom durch die Gabelzinken
Bein erwischt, du bist am Hinken

Alte Fehde, Küchenschwede
bin zu langsam, bin zu blöde
bist mal wieder schnell entwischt
hast noch auf den Tisch gepisst!

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Geschrieben in Poesie | Keine Kommentare
murakami411

Gott liebt Gewalt

Da sind Sie ja. Wir haben uns schon gefragt, wann Sie kommen. Steigen Sie ein. Na kommen Sie. Haben wir uns einen kleinen Spaziergang gegönnt, ja?

Ich hab mich nur etwas umgesehen.

Haben Sie Gottes letztes Geschenk genossen?

Was?

Gottes Geschenk: Die Gewalt! Als ich in meinem Haus nach unten kam und diesen Baum in meinem Wohnzimmer liegen sah, da schienen seine Äste nach mir zu greifen, wie eine göttliche Hand. Gott liebt Gewalt!

So hab ich´s noch nie gesehen.

Doch das haben Sie. Warum gibt es sonst soviel Gewalt? Sie ist in uns. So sind wir. Wir führen Krieg, verbrennen Opfergaben, plündern und brandschatzen und zerreissen unsere Brüder. Und warum? Weil Gott uns die Gewalt gegeben hat, um es ihm gleich zu tun.

Hat er uns nicht das Gesetz der Moral gegeben?

Es gibt kein klareres Gesetz als diesen Sturm. Es gibt überhaupt kein Gesetz, nur die Frage: Habe ich mehr Gewalt oder Sie?

Ich bin nicht gewalttätig.

Doch das sind Sie. Sie sind so gewalttätig wie Sie können. Ich weiss das, ich bin auch so gewalttätig wie ich kann. Wenn die Regeln der Gesellschaft abgelegt würden und nur ich stünde zwischen Ihnen und der nächsten Mahlzeit, würden Sie mir den Schädel mit einem Stein zertrümmern und mich verspeisen. Oder nicht? Cawley hält Sie für harmlos und kontrollierbar, aber ich weiss es besser.

Sie kennen mich gar nicht.

Doch ich kenne Sie.

Nein, Sie kennen mich kein bisschen.

Oh und ob ich Sie kenne. Wir kennen uns schon eine Ewigkeit. Wenn ich meine Zähne jetzt in Ihre Augen schlagen würde, könnten Sie mich aufhalten bevor Sie erblinden?

Probieren Sie´s aus.

So lob´ ich mir das! 

“”Shutter Island”, 2010, USA.

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Geschrieben in Fabulöse Filmzitate | 2 Kommentare
murakami411

Nie wieder Krieg.

Laut UN-Charta soll der Begriff “Krieg” aus den Köpfen der Menschen gelöscht werden. Aus der Sprache der Diplomaten ist der Begriff schon längst verschwunden. Alternativ stehen Begriffe wie “Friedensbedrohung”, “bewaffneter Konflikt”, “Bruch des Friedens” und “Aggression” dem modernen humanitären Weltvölkerrecht als Kommunikationsmittel  zur Verfügung.

Welcher Spasmot hat sich das nun wieder einfallen lassen? Glaubt man tatsächlich ein Wort durch einen verbalen Weichspüler jagen zu können, um damit dessen inhaltliche Brutalität zu verschleiern? Dem strunzprallen Unterschichten-TV-gegeisselten Lynchmob traue ich die cerebrale Metamorphose sogar zu: Ein ausgesprochenes mosehaftes Gebot der Supernanny demontiert  ja heute schon in Jahren gewachsene Erziehungsmechaniken mit der Geschwindigkeit einer blutigen Sturzgeburt. Die “New World Order” müssen heute nur noch ausgesprochen werden, um Wahrheit zu werden.  Herbe Klassiker wie “Kotze” werden ersetzt durch samtige Wortneuschöpfungen wie “Übelkeitsauslösendes Unwohlsein”, “unkontrollierbare Magentätigkeit” oder “manifestierter Brechreiz”. Wer will denn sowas?

Sind wir nun im Jahr ”1984 “angelangt - werden Unwörter getilgt? Revolutionäres Neusprech, angepasst um dem Pöbel die Verbalaggression zu nehmen und in Watte verpackte Alternativbegriffe in einer kniggekonformen Gesellschaft zu etablieren. Schon endet das deftige “Du Riesenarschloch!” in einem vermeintlichen Wutschrei wie “Du Makroanalöffnung!”, “Großer Darmausgang!” oder “Überdimensionierte Kotpforte!”.

Wer ist dafür verantwortlich?  Gibt es dafür eigentlich eine Berufsbezeichnung? Wortverdreher wäre vermutlich schon wieder zu brutal eindeutig; passend wären ”Letterkonstrukteur”, Schriftwerkdesigner” oder “Labelmechatroniker”. Meine Vision: Fantastillionen alternativer Warmduscherbegriffe reizüberfluten tsunamiartig die zeitgeistkranke Gesellschaft, um paradoxerweise die Wortfreiheit auf das Minimum eines Riesenscheisshaufen aufzublähen, mit der keine eindeutige Kommunikation mehr möglich ist. Enschuldigung, ich meinte natürlich “Massive Stuhlansammlung” statt Riesenscheisshaufen.

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Nachtrag.

krieg

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Geschrieben in Nachdenkliches,Zeitgeschehen | 3 Kommentare
Denkschmerz

Nicht zu fassen!

Räder müssen rollen für den Sieg
Reisen könnt ihr nach dem Krieg

(aufgeschnappt irgendwo in Niederbayern)

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Geschrieben in Aufgeschnappt,Sprüche | Keine Kommentare