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Man erkennt gute Filme nur, wenn man im Vergleich auch schlechte sieht. – MRBDVSN

Man erkennt gute Filme nur, wenn man im Vergleich auch schlechte sieht.

Ein Sprichwort sagt „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“. Also machte man sich gestern Abend daran, die DVD von „Killers“ zu schauen, die einer Freundin von lieben Verwandten in einem Osterpaket mitgesendet wurde. Ein kurzes Überfliegen der Rückseite vom Cover lässt zwar einen ziemlich mittelmäßigen Film vermuten, aber was hat der Inhalt eines Streifens schon mit der Aufmachung seiner Verpackung zu tun.

Bei „Killers“ geht es um zwei Brüder, die ihre Eltern mit weiß Gott wie vielen Schüssen ermordet haben und nun aus dem Hochsicherheitstrakt entfliehen konnten. Jetzt verschlägt es sie auf der Flucht in ein lahmes kleines Kaff zu einer lahmen kleinen äußerst christlichen Familie. Vater, Mutter, zwei Töchter (Teenie und Kleinkind) müssen den beiden Wahnsinnigen unfreiwillig Unterschlupf gewähren – was sie sich irgendwann nicht mehr bieten lassen. Das ist die grobe Story, liest sich nach einem Klassiker à la „Last House on the Left“.

Im DVD Menü ertönt auch sogleich „In the Garden of Eden“, ein Klassiker, der die Vorfreude auf 82 Minuten guter Unterhaltung schürt. Also „Film ab“, volle Lautstärke und los geht’s.
Ja, los geht’s – mit der langen langen Liste an Dingen, die an diesem Film zu bemängeln sind. Schon nach wenigen Sekunden merkt man deutlich: Die Synchro hier ist schlecht. Ich meine RICHTIG schlecht. Monoton gelangweilt brabbelt die deutsche Tonspur vor sich hin, jeder N24-Bericht hat mehr Feuer und Leidenschaft in der Stimme als diese Gruppe von schwer lethargischen Synchronsprechern.

Ähnlich einschläfernd sind auch die Dialoge, sich hypnotisch um einen Haufen sinnlosen Nichts rankenden Gesprächsfetzen, die immer mal wieder vom laut schmatzenden Geräusch an einer Kippe ziehender Lippen unterbrochen werden. Überhaupt scheint Herr Mendez, Regisseur vorm Herrn, völlig fasziniert vom Rauchen zu sein, denn a) wird bei „Killers“ stets und ständig geraucht und b) ist überall, ja wirklich ÜBERALL blauer Dunst. Auch wenn die nette christliche Familie (erst mal) nicht raucht, bei ihnen daheim wabert sich der Qualm durch alle Ritzen. Ich vermute mal, damit man die einfallenden Lichtkegeln besonders gut erkennen kann. Ein Wahnsinnsmittel in der Geschichte des Films. So einprägsam, dass es hier überall zu finden ist. Da muss dann auch keine logische Erklärung für den Dunst her. Wer weiß, vielleicht gibt’s ja einen Sumpf ganz in der Nähe oder die Familie hat eine Nebelmaschine, die sie nie ausschaltet – der gemütlichen Stimmung wegen.

Bevor ich zur Story zurückkehre, möchte ich auch auf die … ich suche das richtige Wort… fantastisch miserable Musikuntermalung (Ja, das passt.) hinweisen. Nehmen wir uns ein Keyboard von sagen wir 1992, bestenfalls 20 Mark und drücken hier ab und an auf den lustigen gelben Knopf, der eigens abgespeicherte Midi-Sequenzen ableiert. Diesen hochkarätigen Lärm vor Augen, zu dem normalerweise bestenfalls Rentnerpärchen im Kurpark tanzen, kann man sich ein sehr gutes Bild von dem machen, was bei „Killers“ leise säuselnd im Hintergrund jammert. Es ist ein Elend. Besonders wirr wird es später, wenn manche Melodie ohne jeden erkennbaren Grund mitten im Dialog abrupt abbricht, nur um wenige Sekunden später wieder von vorne anzufangen. Vielleicht hatte man nur die ersten zehn Sekunden dieser MIDI-File. Das wäre zumindest für mich die einzig logische Erklärung.

Doch bis zu dieser besagten Stelle muss man erst mal durchhalten, denn der Film beginnt auch dramaturgisch ähnlich wie seine gesamte Sound-Kulisse: lahm. Lahm, lahm und nochmal lahm. Sogar als die Killer-Brüder schon im Haus sind, der Film bleibt lahm. Weder der Puls des Zuschauers steigt auch nur einen Moment über den in der Rem-Phase hinaus, noch scheint die arme Familie sonderlich beeindruckt von den zwei Massenmördern in ihrem Wohnzimmer zu sein. Nein, es wird seelenruhig in aller Vernunft weiter erzählt, als hätte man gerade mit den Nachbarn einen kleinen aber gelangweilten Schwatz am Gartenzaun.

Und hier muss – meines Erachtens nach – der geniale Geist des Regisseurs eingesetzt haben. Ihm wurde klar, dass er hier einen großen Haufen Mist in die Porzellanschüssel der Direct-to-DVD Productions setzt und er lenkte schlagartig um: Plötzlich findet sich der Vater auf einen Stuhl gefesselt wieder und wird geschminkt während die Mutter auf dem Schoß des einen Killer-Bruders hockt, ihm zärtlich durch die Haare fährt und sie sich über ihren eigenen Mann lustig macht. Der andere Bruder, na ja, der kümmert sich intensiv um die 17 jährige Tochter, die es plötzlich kaum erwarten konnte, ihm ihren nackten Körper entgegen zu strecken und die Kleinste möchte unbedingt ein Autogramm der Killer.

Hier stellt sich der Zuschauer, der bisher noch nicht abgeschaltet hat oder eingeschlafen ist (Was keine Schande wäre) zum ersten Mal die Frage: „Was zum GEIER?….“

Aber keine Angst. Es wird noch besser. Oder eben schlimmer, je nach dem. Denn wenn man gerade versucht sich selbst eine Erklärung für das seltsame Verhalten der Damen zu schustern, kommt auch schon der nächste Geistesblitz von Mike Mendez: Der Film ist immer noch kacke, wir brauchen einen radikalen Wandel in der Story! Und da ist natürlich nichts naheliegender, als den Spieß umzudrehen. Also, neue Karten:
Mama ist eine psychopathische Massenmörderin, Papa ein labiler Vietman-Veteran und die freizügige älteste Tochter schießt am Liebsten in ihrem Cheerleader Kostüm unschuldige Zivilisten mit ihrer M16 um.
Dieser spontane Sinneswandel kommt unseren Anti-Helden (wer auch immer gerade diese Rolle innehält) just in dem Moment, als die Spezialeinheit der Polizei ins Haus stürmt, um die Familie zu retten. Angeführt von einer Frau, die wahnsinnig gerne Schimpfwörter benutzt, steht also ein gutes Dutzend schwer bewaffneter G.I. Joes im Wohnzimmer, die nur aufgrund eines Tipps vom kauzigen alten Nachbarn das richtige Haus gefunden haben. Und anstatt das Gebäude zu durchsuchen, bleibt das SWAT-Team erst mal zum Plaudern in der Stube (vielleicht gibt es ja Plätzchen, kann doch sein) und lässt somit dem Vater (der sich inzwischen befreien konnte) genug Zeit, um einen der Polizisten mit der Axt zu erschlagen während seine Frau der fluchenden Leitung des Teams die Kehle durchschneidet. Ja, so kann’s im Leben gehen. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und drittens muss es keinen Sinn ergeben.

Schnitt, was mit dem Rest der Spezialeinheit passiert ist, weiß keiner, offenbar haben ein Küchenmesser und eine Axt gereicht, denn inzwischen ist Killer-Bruder Nummer Eins im Keller und wird dort von „Bob“, einem verkorksten Zombie-Kind der Familie, mit Lebensmitteln versorgt. (???) Währenddessen hat sich die Polizistin mit dem losen Mundwerk (Ja, die, die eigentlich eben noch mit aufgeschlitzem Hals den Teppich vollsaute) in Killer-Bruder Nummer Zwei in einem anderen Teil des Kellers verschanzt (Es ist nämlich ein ganzes Labyrinth müsst ihr wissen, welcher amerikanische Haushalt hat das nicht!) und gesteht ihm ihre große Liebe, kurz bevor ein Haufen Kannibalen (???) auf das ungleiche Paar zu stürmt und die Dame im nicht stattfindenden Kugelhagel eine tödliche Bauchverletzung erleidet.

Jetzt geht alles ganz schnell, Mendez merkt, dass er so viel Grütze versucht hat unterzubringen, dass der Film nicht mehr zu retten ist. Bob wird von seinem Teilzeit-Zögling ermordet, dieser wiederum findet ein jähes Ende bei der ältesten Tochter, die ihn mit mehreren Salven ins Jenseits ballert. Der andere Killer knallt noch schnell Mami ab, rächt seinen Bruder und wird von Papi sechs Mal angeschossen. Er kriegt aber seine Flinte nochmal hoch, Papa geht hops und er taumelt zurück ins Wohnzimmer, wo er nochmal eine kleine Schießerei mit der Jüngsten hat(!). Wieder kriegt er ein ganzes Magazin ab, macht nichts, er schießt die Kleine über den Haufen und verlässt das Haus nach draußen. Dort war bisher ein weiterer Trupp der Spezialeinheit zugegen, jetzt liegen ein Haufen Gliedmaßen auf dem Rasen, die von noch mehr Kannibalen angeknabbert werden. Plötzlich ist der Tattergreis wieder da (Genau, der mit den tollen Tipps für die Polizei) und befehligt seine Freunde den übrig gebliebenen Killer-Bruder ebenfalls zu verspeisen. Und Ende.

Tja, genauso verwirrt, wie ihr es jetzt wahrscheinlich seid, waren wir am Ende dieses Films auch. Zusammenfassend lässt sich sagen: Seltsamer Film mit miesen Dialogen, grauenhaften Synchronsprechern, furchtbarer Musik und völlig sinn- und zusammenhangsloser Story, die sich in keinem Maße auch nur annähernd selbst erklärt. Viel Freiraum für Spekualtionen aller Art – und ich gönne mir diese Freiheit mit dem Urteil: Scheiß Film.

3 Kommentare

  1. Nee, ich hab nun rausbekommen, von wem der Film ist. Hätt ich eigentlich wissen müssen!Von Marie! Und sie hat es sofort zugegeben. Hätte aber durchaus auch von dir sein können. :p

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