Stonehenge – what else?



Kurztrip zur Sonnwendparty in Stonehenge. Zwar schon nicht mehr ganz die aktuelle Linie, dafür aber eine Reflexion wert. Druiden, Hexen, Anhänger sowohl weißer als auch schwarzer Magie, Naturgläubige, Heiler, Spirituelle oder einfach nur ,,Island Monkeys“ versammeln sich wie Zugvögel in der Grafschaft Wiltshire. Das Weltkulturerbe Stonehenge wird zur Kathedrale dieser speziellen Anhängerschaft. Irgendwie kommt es mir so vor, als befände ich mich in der Psychiatrie und Pfleger sowie ihre gezeichneten Patienten laden zur Drogenparty. Ich kann es nicht glauben, wie sogenannte zivilisierte Menschen animalsche Urgeräusche von sich geben, dabei mit Stöcken und selbstgeschnitzten Zeptern den Boden traktieren um mitunter gedankenverloren und vollkommen von der Rolle im Kreis zu tanzen. Sie verhalten sich wie Primaten. Sie tragen Kutten, lange mittelalterähnliche Fetzen und sehen sonst auch irgendwie bescheuert aus. Die Sache wird ziemlich ernst genommen und man sollte sich das „Belächeln“ sparen, denn das alles wird mit „Religion and Tradition“ definiert. Kurz bevor ich mich zu langweilen beginne, erregt das Donnern hubraumstarker Motorbikes meine Aufmerksamkeit. Eine Horde brachial ledergestylter Hurensöhne fallen ein wie die Hornissen, untergraben, ja zerstören die weihevolle Szenerie dieser naiv-esoterisch eingelullten Kindsköpfe. Meine innere Stimme sagt mir: Jetzt ist meine Zeit! Der Präsi, ein Hühne mit einem ewig langen roten Ziegenbart, steigt von seinem chromblitzenden Stahlross. Seine Hacken an den Schuhen knistern scharf im Splitkies. Er hat mich ins Visier genommen. Ich mache auf Dummblond und senke devot den Blick. Er zieht sich seine Rundum-Sonnenbrille von der Nase und entblößt dabei sein wahres Selbst, ja mustert mich wie eine Ware. Irgendwie scheint auch in ihm, hinter seiner ganzen Hypercoolness, ein Stückweit Kind durchzuschimmern. Das gefällt mir. Seine wasserblauen Augen verraten Interesse. Er umrundet und beäugt mich, so wie man Tiere abschätzt, wenn man sie kaufen möchte. Ein heiseres Räuspern und die Frage: ,,Hey Babe – Where do you come from?“ – Ich antworte: ,,from Germany“. – Er dreht sich mit gestrecktem Arm, den er gen Himmel gerichtet hat um die eigene Achse und verkündet mit erhobenem Zeigefinger seiner Zuhörerschaft: ,,Jesus Christ, please send us more fucky Blonds from Germany – You’re welcome, Babe! Und schon sitze ich hinten auf seiner Harley, klammere mich an ihm fest. Ich der Koala – er das Leittier. Schlussendlich blubbern wir majestätisch heraus aus dieser kranken Eso-Atmosphäre, vorbei an den peinlichen Relikten dieser fleischgewordenen jaulenden Woodstock-Revivals, die zu allem Überfluss auch noch ihre Nachzucht mit dem ganzen Scheiß infiltrieren, auf dass diese in zehn Jahren in die selbe Flöte bläst und zu den gleichen Hirnamputanten wie ihre Alten verkommen sind. Neeee – Da halt ich mich schon lieber an diesem gestählten Freiheitsgötzen fest und brate mit ihm, meine Wange an seinen Rücken gelehnt, schnurstracks auf die A360 nach Wiltshire. Klingt irgendwie wild. Dort wollen wir es uns gemütlich machen inmitten von diesen ko(s)mischen Kornkreisen, wollen testen wo der Hammer hängt. Er hat versprochen mir die Stelle zu zeigen, auf dem er das Heartagram tätowiert  hat. Doch vorher besuchen wir noch ein Pub in der Rollestone-Road im sonst so verschlafenen Shrewton, welches auf unserer Strecke liegt. Dort treffen wir zufällig auf zwei Nutten. Sie wollen uns begleiten. Wir trinken Cider  –  W a s    h a b e n   w i r    g e l a c h t  !

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